Café Central – die ehemalige Literatenhochburg

Wo befindet sich das Café Central? Wann würde es gegründet und wer war der Architekt? Welche Besucher zog das Café Central an? Was macht heutzutage ein Besuch im Café Central zu einem Erlebnis?

Es gibt Kaffeehäuser und es gibt das Café Central sagt man in Wien. Das Café Central ist das Nummer 1 Café und weltweit am bekanntesten. Es liegt an der Herrengasse 14 in der Wiener Innenstadt in einem wunderschönen Gebäude im Stil der toskanischen Neu-Renaissance.

Der Wiener Ringstraßenarchitekt Heinrich von Ferstel schuf 1860 dieses italienisch angehauchte Gebäude. Er war durch eine längere Italienreise von der italienischen Trecento Architektur begeistert und wollte dies auch in Wien umsetzten. Ferstel erbaute auch die Wiener Universität, die Votivkirche und die Universität sowie das Museum für angewandte Kunst (MAK).

1876 folgte die Gründung des Café Central durch die Gebrüder Pach. Anfangs befand sich an der Stelle des Cafés die alten Börsensäle und die Österreichisch-Ungarische Bank.

Nachdem das Café Griensteidl, der frühere Treffpunkt der Literaten, abgerissen wurde, zogen diese nur ein paar hundert Meter weiter ins Café Central. 1897 begann somit der Höhenflug des Cafés. Berühmte Stammgäste waren Peter Altenberg, Anton Kuh, Adolf Loos, Sigmund Freud, Egon Friedell, Hugo von Hofmannsthal, Hermann Bahr, Alfred Adler, Oskar Kokoschka, Stefan Zweig, Alfred Polgar, Leo Perutz, Robert Musil, Karl Kraus, Felix Salten, Richard Beer-Hofmann und Arthur Schnitzler.

Wer um die Jahrhundertwende Rang und Namen in Wien hatte, war im Café Central anzutreffen.Bei Kuchen, Kaffee und Zigarre wurden hier diskutiert, philosophiert und oft mehr Zeit als zu Hause verbracht.Manche Gäste hatten sogar ihre Wohnadresse mit dem Central angegeben (Peter Altenberg). Es war ein internationaler Treffpunkt und es lagen 250 Zeitungen in 22 Sprachen auf. Schach wurde gerne gespielt, besonders von Herrn Bronstein, alias Leo Trotzki, der seit 1907 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs als Emigrant in Wien lebte.

1943 wurde die Säulenhalle im Zuge des 2. Weltkriegs zerstört und das Café geschlossen. Es verfiel bis es 1975 renoviert und neu eröffnet wurde. Eine weitere Renovierung erfolgte 1986.

Heutzutage empfängt den Wienbesucher noch immer eine Atmosphäre wie damals um die Jahrhundertwende. Eine Peter Altenberg Figur begrüßt die Gäste beim Eingang, nach der meistlängeren Wartezeit. Kein anderes Café in Wien hat eine längere Warteschlange. Fallweise spielt abends ein Pianist und Sie können in diesem Ambiete sowohl die Wiener Kaffeespezialitäten als auch die eigenen Café Central Köstlichkeiten der Patisserie verkosten. Eine Café Central Torte gibt es auch.

Das Café Central bietet nicht nur Süßes, sondern auch typische Wiener Speisen, wie das berühmte Wiener Schnitzel, ein Rindsgulasch, Krautfleckerl oder ein Backhendl. Ein klassisches Wiener Dessert – der Kaiserschmarrn darf auch nicht fehlen. Somit eignet sich das Café Central sowol am Morgen, Mittags und auch Abends.

 

Der Wiener geht ganz gerne frühmorgens hin, gegen 8h kann man herrlich in Ruhe im Café Central frühstücken, da liegt der Anteil der Einheimischen bei ca. 90%, zwei Stunden später ändert sich das auf einen Touristenanteil von 90% und der Wiener ist bereits an seinem Arbeitsplatz anzutreffen.

Time Travel Tipp: Nach einem Besuch des Café Central unbedingt duch die Ferstel-Passage auf die Freyung flanieren. Wien verfügt nur über wenige Passagen dieser Art. Erlesene Läden laden auf Schokolade, Wein, Schinken und sonstige Köstlichkeiten ein.

 

 

 

 

 

 

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