Wiener Prater und Riesenrad

Das Wiener Riesenrad und der Prater – das älteste Riesenrad der Welt im größten Park Wiens

Woher kommt der Name des Wiener Praters? Wozu diente er jahrhundertelang? Welche zwei Bedeutungen hat der Prater? Wann geht der Wiener in den Prater und fährt eine Runde mit dem Riesenrad?

Der Prater, mit 6km² der größte Park Wiens, ist ein riesiges Nahholungsgebiet für die Wiener. Beliebt ist die 5km lange Prater Hauptallee zum Radfahren, Laufen, Spazierengehen, auch der Wien-Marathon nutzt die schöne Strecke dieser Kastanienallee.

Die älteste Erwähnung des Praters findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1162. Kaiser Friedrich

  1. Barbarossa schenkte die Grundstücke, die Pratum (lateinisch „Wiese“) genannt wurden, einem Adeligen namens Conrad de Prato. Die Familie de Prato nannte sich später Prater.

Der relativ unberührte Auwald auf Inseln in der Donau diente den Habsburger Herrschern seit dem 16. Jh. als privates Jagdrevier. Maximilian II. kaufte die Gründe um 1560 von geistlichen Orden und Gemeinden. Das Augebiet war somit jahrhundertelang das Jagdgebiet der Habsburger und wurde Ende des 18. Jh. der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, sehr zum Leidwesen manch Adeliger.

Die Hauptallee wurde schnell zum Tummelplatz der besseren Gesellschaft, 1786 wurden dort Kaffeehäuser angelegt, später ein Panorama errichtet und im Jahre 1808 der weltberühmte Zirkus Bach eröffnet. Während sich auf der Hauptallee ein glänzender Korso für die Hofgesellschaft entwickelte, fand das Volk im Wurstelprater immer neue Vergnügungen.

Das Wiener Riesenrad ist die Hauptattraktion des Vergnügungsparks und weiteres Wahrzeichen von Wien. Wenn der Wiener in den Prater geht, kann es das Erholungsgebiet oder der Wurstelprater sein. Idealerweise kombiniert er beides. Bei besonderen Anlässen (Erstkommunion, Firmung, Verlobung, Heirat, Geburtstag) geht der Wiener gern in den Prater und fährt eine Runde mit dem Riesenrad.

Das Wiener Riesenrad wurde 1897 zum 50jährigen Thronjubiläum Kaiser Franz Josephs eingeweiht (Gemahl von Kaiserin Elisabeth). Es ist das älteste, noch bestehende und mit 2,7 km/h auch das langsamste Riesenrad der Welt. Es ist ca.65m hoch und wiegt sensationelle 430 Tonnen! Die markanten roten Gondeln benötigen ca. 15-20 Minuten für eine Umdrehung und die Aussicht von oben ist herrlich. Man sagt: Wer nicht eine Runde mit dem Riesenrad gefahren ist, hat Wien nicht wirklich gesehen!

Am und im Riesenrad werden gerne Filme gedreht, z.B. der Nachkriegsklassiker „Der Dritte Mann“ mit Orson Welles oder der James Bond Film „Der Hauch des Todes“ mit Timothy Dalton. Die Waggons werden auch gerne für Geburtstage, Hochzeiten und exklusive Empfänge gemietet.

Seit ca. 10 Jahren geht es auf der Kaiserwiese vor dem Prater im Herbst immer sehr zünftig zu. Die

Wiener Wiesn“, eine Kopie des Münchner Oktoberfests, hat sich erfolgreich durchgesetzt. Sie ist drei Wochen lang im September/Oktober gut besucht. Eine gute Gelegenheit um das „Dirndl“ (traditionelles Kleid der Frau) und die Lederhose aus dem Kleiderschrank zu holen um bei Bier und Stelze zur typischen Volksmusik zu tanzen.

 

Time Travel Tipp: Nehmen Sie vom Schwedenplatz die Straßenbahn Nr. 1 und fahren Sie bis zur Endstation Prater. Dort spazieren Sie die Hauptallee entlang bis zum Wiener Riesenrad. Bei Kindern beliebt ist eine Runde mit der Liliputbahn, einer alten Dampflokomotive die seit knapp 100 Jahren durch den Prater schnauft.

Mehr Infos: www.praterwien.at

 

 

 

 

 

 

 

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