Der Wiener Augarten – Sängerknaben treffen auf Porzellan

Wo befindet sich der Augarten? Was war früher hier statt der ältesten barocken Gartenanlage Wiens? Mit wem wird der Augarten in Verbindung gebracht und was können Sie dort besichtigen?

Im 2. Wiener Gemeindebezirk – in der Leopoldstadt – nahe zur U2 Taborstraße, befindet sich der Wiener Augarten, die älteste barocke Gartenanlage Wiens. Im französischen Stil beeindrucken, die vom Gartenarchitekten Jean Trehet, angelegten Alleen aus Ahornbäumen, Eschen, Linden und Kastanien. Er zählt zu den österreichischen Bundesgärten und wird bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen. Jogger nutzen tagsüber gerne die ca. 3km lange Parkrunde des ca. 52 ha großen Parks.

Was gibt es zu sehen im Augarten?

  • Im Augartenpalais befindet sich der Sitz der Wiener Sängerknaben seit Das Gymnasium mit Internat ist nur für Sängerknaben, die restlichen Institutionen (Kindergarten, private Volksschule) sind für alle musikbegeisterten Kinder.

 

  • Im MuTh, dem Konzertsaal der Sängerknaben können sie dem schönsten Kinderchor der Welt lauschen.Die Errichtung des modernen Konzertsaals am Augartenspitz sorgte anfangs zwar für Aufregung aufgrund der Architektur, wurde aber im Jahr 2012 eröffnet.

 

  • Das historische Schloss Augarten mit der Porzellanmanufaktur lässt die Herzen der Porzellanliebhaber höher schlagen. Im Gartensaal befindet sich der Hauptsitz der Prozellanmanufaktur Augarten. Seit Anfang wird hochwertiges Porzellan in Handarbeit angefertigt und hat seinen

 

  • Atelier Augarten (derzeit ungenutzt) Einst befand sich das Atelier des Künstlers Gustinus Ambrosi hier. Francesca Habsburg-Lothringen stellte von 2012 bis 2017 die Stiftung Thyssen Bornemisza Art Contemporary in den Räumlichkeiten

 

  • Filmarchiv Austria befindet sich 1997 im

 

  • Altersheim – Das Haus Augarten ist seine schöne Seniorenresidenz mit Blick auf den Park

 

  • Kinderfreibad – immer Sommer bei den Anrainern mit Kindern äußerst beliebt. Kinderspiel- und Sportplätze runden das Angebot

 

  • Lauder Chabad Campus – der 2. Bezirk ist jüdisch gesprägt, daher finden Sie hier eine Synagoge, Krabbelstube, Kindergarten, Volksschule, Mittelschule und eine pädagogische Akademie.

 

  • Zwei Flaktürme (Fliegerabwehrkanone) dominieren den Park und erinnern an dunkle Zeiten der österreichischen

 

  • Die Bunkerei Augarten (die nichts mit einem Bunker zu tun hat) lädt zu gutem Essen

 

Der Park steht seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz. Was befand sich früher hier? Dazu gehen wir zurück in das Jahr 1614, als Kaiser Matthias in dem damals kaiserlichen Jagdgebiet, einer unberührten Aulandschaft, ein kleines Jagdschloss erbauen ließ. Das Jagen war nun mal die Lieblingsfreizeitbeschäftigung der Habsburger, die man auch im Prater und in Schönbrunn praktizierte.

40 Jahre später ließ ein Nachfolger – Ferdinand III. – eine kleine Gartenanlage zunächst im holländischen Stil anlegen und das Jagdschloss erweitern. Leopold I (Großvater von Maria Theresia und auch bekannt unter dem Spitznamen „Türkenpoldl“) machte daraus einen barocken Lustpark um 1677 und verlieh ihm den Namen „Kaiserliche Favorita“, später „Alte Favorita“ genannt. So wie es auch bei Schönbrunn der Fall war, zerstörten die Osmanen im Zuge der 2. Belagerung 1683 die gesamte Anlage.

Leopolds Sohn – Kaiser Joseph I. – ließ das Schloss und den Garten im Jahr von 1705-08 von Jean Trehet wiederherstellen. 1712 beauftragte dessen Bruder, Karl VI nochmals die Erweiterung des Gartens, so wie wir ihn heute von der Größe und Pracht wahrnehmen. Jean Trehet setzte auch die Gartenanlagen in Schönbrunn und Belvedere um.

Als 1766 der Prater für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, entsprach es der Aufklärung auch mit dem Augarten gleichzuziehen. Joseph II macht somit am 1. Mai 1775 den Augarten öffentlich betretbar. Das markante Eingangsportal an der Oberen Augartenstraße zeugt davon und führt direkt auf das Schloss Augarten zu, indem sich die Augarten Porzellanmanufaktur befindet.

Gegen Ende des 18. Jh. fanden im Gartensaal des Schlosses Augarten die berühmten Morgenkonzerte unter Leitung von niemand geringerem als Wolfgang Amadeus Mozart statt. Auch Beethovens Werke wurden hier aufgeführt. Im 19. Jh. kam es im Gartensaal zu den 1. Mai Konzerten der Werke von Johann Strauss Vater.

Durch die nahgelegene Donau wurde der Augarten im 19. Jh. mehrmals überflutet. Zwei Gedenktafeln, eine beim Haupteingang und eine beim Eingang in der Castellezgasse erinnern daran.

Der Zweite Weltkrieg brachte Veränderungen im Augarten. Davor wohnte der Bundeskanzler Schuschnigg von 1934-36 im Palais Augarten. Gegen Ende des Krieges wurden zwei Flaktürme im Augarten errichtet, da Adolf Hitler die Lage als strategisch günstig ansah. Im Sommer 1944 begann der Bau von zwei Türmen, einem Gefechtsturm und einem Leitturm, beide mit einer Höhe um die 50m. Sie sind mittlerweile markante Mahnmale des Zweiten Weltkriegs. Der Versuch sie in den 1960er Jahren zu sprengen ging schief. Die Sprengungen konnten den Türmen nichts anhaben. Bis heute wird diskutiert wie sie genützt werden könnten.

Heutzutage geht man in den Augarten zum Spazieren, Laufen (Radfahren ist verboten) und Praktizieren von Yoga. Beliebt ist auch Kino unter Sternen bzw. der Nachfolger Kino wie noch nie am Augartenspitz.

Time Travel Tipp: Ein Spaziergang durch den Augarten lohnt wegen der schönen barocken Anlage, der Geschichte, der Vielfalt und lässt sich mit einem kulinarischen Besuch in der Bunkerei Augarten oder im Restaurant Sperling im Schloss Augarten verbinden. Eine Kombination mit dem Karmelitermarkt und dem jüdischen Viertel bietet sich ebenfalls gut an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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