Vom Frankfurter zum Wiener Würstchen

Wieso heißt das einheimische Paar Frankfurter in Frankfurt Wiener Würstchen? Woher stammt der Hot Dog ursprünglich? Was wird als Würstel im Schlafrock bezeichnet?

Eine besondere, jedoch „kleine Gaumenfreude“, findet man am „Würstelstand“, einer Art Schnellimbiss mit philosophischen Charakter, an dem sich gerne so manche „Typen“ der Donaumetropole zum Plaudern treffen. Vom Herrn Hofrat bis zum einfachen Arbeiter steht man Seite an Seite und genießt sein Würstel, in welcher Form auch immer.

Das Paar Frankfurter hat eine Historie, die spezifisch für die Bundeshauptstadt ist, allerdings „deutsche Wurzeln“ besitzt. Die deutsche Fleischerfamilie Lahner führte ihren Betrieb zwischen 1804 und 1867 in Wien.

Der älteste Sohn, Johann Georg bildete sich in Frankfurt am Main zum Fleischhauer aus und entwickelte für die Bürger seiner Heimatstadt zunächst Würstchen mit „Bauchfleisch vom Schwein und Kernspeck“, eine sehr sättigende und kalorienreiche Mahlzeit, die für den sensibleren Wiener Geschmack etwas zu grob war.

Deshalb ersann er eine feinere Fleischmischung aus gebratenem Schweine- und Rindfleisch, die er in Schafsdärmen abfüllte. Därme von Schafen deshalb, weil diese dünn und weich sind. Beim Verzehr lösen sich diese problemlos im Magen auf. Man nannte die Schafsdärme auch „Saitlinge“, die einen Durchmesser von 22 bis 24 cm haben.

Das Paar Frankfurter wiegt 120 bis 140 Gramm und die Länge der Fleischware beträgt 12 cm. Manchmal sind sie auch länger. Bei der Zubereitung werden in 75 Grad heißem Wasser gekocht, dann im selben Wasser gekühlt und geräuchert.

Die berühmten „Sacherwürstel“ sind eine Abart der „Frankfurter Würstel“, die Johann Georg Lahner entwickelte. Eine weitere Methode, die „Frankfurter“ zu servieren wird als „Frankfurter im Schlafrock“ bezeichnet und wurde angeblich (schriftliche Beweise existieren keine) im Jahr 1906 in Wien erfunden. Die Frankfurter Würstel werden in einer Teighülle angeboten.

In den USA wurde diese Speise erstmals auf der Weltausstellung 1892 in Chicago auf dem österreichischen Stand präsentiert. Die Amerikaner gefiel der „Frankfurter im Schlafrock“, den sie bald „Hot Dog“ nannten. Dieser entwickelte sich bald zu einer Art Volksnahrungsmittel.

Doch auch das gab es schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Europa. Der „Hot Dog“ hat eindeutig Wurzeln aus Wien. Der jüngere Bruder von Giacomo Casanova, Franceso schätzte diesen

„Ur-Hot-Dog“ ungemein. Es war seine Leibspeise, die er in vollen Zügen genoss.

Time Travel Tipp: Der Würstelstand Bitzinger bei der Albertina bietet alle möglichen Wurstsorten an und ist stark frequentiert. Es gibt in Wien an jeder Ecke einen Würstelstand.

 

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