Wiener Originale

Der echte Wiener geht nicht unter, aber was wenn er gar kein echter Wiener ist? Waluliso und was es wirklich bedeutet? Welcher Wiener war der Entdecker des Gänsehäufels?

 

Viele erinnern sich vielleicht noch an Ludwig Weinberger, der sich Waluliso (Wald, Luft, Licht, Sonne) nannte und als Friedensbotschafter durch die Straßen Wiens zog. Er war immer in eine weiße Toga mit Lorbeerkranz á la Cäsar gehüllt und predigte die Göttlichkeit der Natur. Er reise sogar zu europaweiten Konferenzen und war präsent wenn Staatsgäste nach Österreich kamen. Zwei Jahre nach seinem Tod 1998, wurde die Waluliso Brücke eröffnet. Sie verbindet die Donauinsel mit dem Nationalpark Donau-Auen.


Florian Berndl war ein großer Fan der Freikörperkultur gewesen und gilt außerdem als Entdecker des Gänsehäufels. Er erregte anfangs großes Aufsehen und auch ein Ärgernis, da er nackt zusammen mit Frauen und Kindern badete. Nachdem er deshalb von der Donauinsel vertrieben wurde, pachtete er gegenüber dem Gänsehäufel Land und gründete 1904 die Kleingartensiedlung Neu-Brasilien. Zur Zeit seines Lebens unverstanden, ruht er dennoch heute in einem Ehrengrab am Zentralfriedhof.


Wenig bekannt, aber nicht minder interessant ist der Messias der Lobau. Sein bürgerlicher Name war Peter Waller und er war ehemaliger Hauptmann der k.k. Armee bis 1918. Er plante mit Arbeitslosen aus allen Teilen der Monarchie ein Reich in Äthiopien. Er wollte sogar eine neue Sprache erfinden. Er verkündete in der Lobau den künftigen Auswanderern seine Heilslehre. 1928 begann der Marsch in Mauer bei Wien mit 140 uniformierten Leuten nach Abessinien. An der italienischen Grenze war bereits Endstation, da die Behörden die Einreise verweigerten und alle nach Wien, München und Luxemburg zurückschickten. Nach Auflösung seiner Bewegung 1935, zog er sich als „Großfürst in Pension" ins Pensionistenleben zurück.


Als typisches Wiener Original fällt einem natürlich sofort der „Herr Karl“, alias Helmut Qualtinger ein. Der nörgelnde und immer grantelnde Wiener ist nicht mehr wegzudenken. Heuer wäre er 88 Jahre alt geworden. Seine Karriere begann 1946 als  Gründer der Kabarettgruppe „Studio der Hochschulen“. Legendär ist sein „Gschupfter Ferdl“ und „Der Papa wird’s schon richten“. Er verstarb 1986 nach dem Dreh des Filmes der Name der Rose.


Übrigens, der echteste von allen „echten Wienern“, der Mundl alias Karl Merkatz ist gar kein Wiener, sondern stammt aus Wiener Neustadt.

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