Die Alte Donau

Bei der Flussregulierung im Jahre 1875 wurde der gewachsene Hauptarm der Donau des frühen
18. Jh., durch einen Damm vom neuen Hauptarm getrennt und als „Alte Donau“ zu einem Erholungsgebiet ausgebaut. Zur Zeit der Jahrhundertwende war „Freizeit“ allerdings noch kein selbstverständlicher Teil des Lebens in Wien.

Umso bewusster suchten die Menschen damals in den wenigen freien Stunden die ihnen geschenkt wurden die Segnungen der Natur. Für das Auge und die Seele erholsames Grün, gute Luft und Wasser. Der Aktionsradius war natürlich eingeschränkt, da noch keine privaten oder öffentlichen Verkehrsmittel ferne Orte in kurzer Zeit erreichbar machten. Man ging zu Fuß, wer es sich leisten konnte, nahm den Fiaker. Das Ziel war der Stadtrand. Der Wienerwald mit seinen Heurigen im Westen, der Böhmische Prater am Rand des Laaer Waldes im Süden, die Praterauen mit dem Wurstelprater und über der neuen Kronprinz Rudolf-Brücke (Reichsbrücke), das Gebiet der Alten Donau.

Die immer noch schmutzigen Straßen Wiens, die staubige, schlechte Luft und die grauen Häuser trieben die Menschen an die Alte Donau, wo sich die Weiden sanft über das Wasser bogen, der Sandstrand des Gänsehäufels an die Küsten der italienischen Adria erinnerte und wo man später auf den Terrassen der Gasthäuser den Segelbooten nachschauen und von fernen Ländern träumen konnte.

Bald schon ließen sich hier Unternehmer nieder, die ein gutes Gespür dafür hatten, was die Ausflügler glücklich machen würde. Hier an der Alten Donau schlug die Geburtsstunde des Segelsports in Österreich. Der Berliner Edward Drory, ein Sohn der weitverzweigten englischen Familie, die in ganz Europa Gaswerkdirektoren stellte, liebte das Segeln und gründete am 16. März 1886 mit dem Union Yacht Club Stammverein den ersten österreichischen Segelverein. Die wechselhaften böigen Windverhältnisse machen das Revier immer noch sehr anspruchsvoll.

Die Alte Donau ist auch die Wiege des heimischen Rudersports, der ebenfalls aus England zu uns kam. Die idealen Bedingungen des ruhigen, strömungsfreien Wassers führten bald zur Gründung des Ersten Wiener Ruder-Club LIA und anderer. Die nationalen und internationalen Wettbewerbe und Veranstaltungen zogen auch die Großbürger und Aristokraten an und brachten in einem exklusiven Zirkel ein elegantes Flair an die Alte Donau.

Die Fläche der Alten Donau beträgt rund 156 ha. Gespeist wird der Altarm teils durch Quellen, vorwiegend aber durch den parallel zur Donau führenden Grundwasserstrom. An Spitzentagen kommen heute 20.000 Menschen aus ganz Wien an die Alte Donau, 1,5 Millionen jährlich. 1.600 Boote, Elektro- und Tretboote sind dazu gekommen und helfen den Alltag hinter sich zu lassen. Ausspannen, Erholung suchen, Wassersport betreiben, Freunde treffen und gemeinsam köstliches Essen und Trinken in den rund 40 exzellenten Gastronomiebetrieben genießen.

Das bietet diese Idylle in der Großstadt, nur 7 U-Bahn-Stationen vom Stephansdom entfernt. Fast 8 Kilometer ist das Gewässer lang und bis zu einem halben Kilometer breit, vom Wasserpark beim Nordbahndamm bis zur Wagramer Straße wird sie Obere, danach Untere Alte Donau genannt. An ihrem Ufer gibt es zahlreiche öffentliche Bäder und Badestege. Erst seit 18. Juli stehen weitere 6.000 m² Liegefläche an der Strombucht beim Dampfschiffhaufen gratis zur Verfügung.

Reiher sind zu sehen, Schildkröten, Biber und Bisamratten, Eisvögel und Rallen. Die vorkommenden Fischarten Karpfen, Hechte, Schleien, Welse, Aale sind in großer Zahl vorhanden. Ebenso finden sich

 

Schiede, Brachsen, Rotfedern, Zander und Barsche. Auch sie genießen die ausgezeichnete Wasserqualität!

Time Travel Tipp: Mit der roten U-Bahnlinie U1 kommen Sie direkt zur Alten Donau, steigen bei der Station aus und hinein ins Badevergnüge oder zum Bootsverleih.

 

 

 

 

 

 

 

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