Der 1. Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie

Was war der Auslöser für den 1. Weltkrieg? Wie gestaltete sich der Kriegsverlauf? Wann verstarb Franz Joseph und wer war der letzte österreichische Kaiser? Was passierte mit dem Kaiser nach dem Zerfall der Monarchie?

Schon lange vor dem 28. Juli 1914 waren die Vorbereitungen für einen Krieg in Europa in vollem Gange. Um 1914 war Europa in zwei Blöcke gespalten: Die Achsenmächte (Mittelmächte) mit Österreich-Ungarn, Deutschland, Türkei, Bulgarien und Italien auf der einen Seite und die „Entente“ mit Großbritannien, Russland, Frankreich, Portugal und vielen weiteren Staaten auf der anderen Seite. Österreich bildete mit Italien und Deutschland den Dreibund. Später wechselte Italien zur Entente, da diese den Italienern Südtirol versprachen.

Der militärische Konflikt war also nicht mehr aufzuhalten, denn in ganz Europa machten sich Nationalismus und Großmachtstreben der europäischen Herrscher breit. Das Attentat brachte das Pulverfass Europa zum Explodieren.

Am 28. Juni 1914 löst das tödliche Attentat an Österreichs Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau Sophie den Ersten Weltkrieg aus. Österreich stellt Serbien ein Ultimatum (Julikrise). Dieses endete genau 1 Monat später am 28. Juli 1914 in der Kriegserklärung Österreichs an Serbien.

Daraufhin waren sowohl Österreich-Ungarn als auch Russland im Kriegszustand. Am 1. August erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg, drei Tage später an Frankreich. Deutsche Truppen griffen Frankreich von Nordosten an und verletzten dabei die Neutralität Belgiens. Dies führte wiederum zum Kriegseintritt der belgischen Garantiemacht Großbritanniens.

Der erste Weltkrieg sollte nur ein kurzer militärischer Vergeltungsschlag gegen Serbien werden, doch die Ereignisse überschlugen sich. Im April 1915 wurde erstmals Giftgas verwendet, als das Deutsche Reich mehr als 160 Tonnen Chlorgas gegen französische Soldaten einsetzte.

1915 erfolgte die Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn. Die Isonzo-Schlachten ziehen sich bis 1917. Der Kampf um Verdun bezeichnete eine ca. 10monatige Materialschlacht um die Festung Verdun, die rund 700.000 Menschen das Leben kostete, aber wenig veränderte. Die Schlacht an der Somme war nicht weniger verlustreich. 1917 herrschte uneingeschränkter U-Boot Krieg und die USA erklärten den Deutschen den Krieg.

Die Oktoberrevolution 1917 in Russland sorgte für eine Wende im Krieg und für einen Waffenstillstand der Mittelmächte und Russland.

Im Januar 1918 legte US-Präsident Wilson sein 14 Punkte Programm vor, welches vom Deutschen Reich zunächst abgelehnt wurde. Am 11.11.1918 wurde schließlich der Waffenstillstand unterzeichnet, der den Sieg der Alliierten bestätigte.

Kriegsschauplätze waren nicht nur Europa (Alpenfront, Ost- und Westfront), sondern auch Afrika, der Nahe Osten und Ostasien. Man geht davon aus, dass insgesamt ca. 25 Staaten und deren Kolonien in den Ersten Weltkrieg verwickelt waren.

Karl Kraus nannte den Großen Krieg sehr bezeichnend: „Die letzten Tage der Menschheit“. Er wird ca. 10-15 Millionen Soldaten das Leben kosten und zum Untergang der Habsburgermonarchie führen. Es war der erste Krieg, der mit großem Maschineneinsatz geführt wurde, ebenso wurde erstmalig Giftgas verwendet.

Im dritten Kriegsjahr, im November 1916 verstirbt Kaiser Franz Joseph mit 86 Jahren, nachdem er 68 Jahre regiert hat. Es folgt sein Großneffe Karl I. als letzter österreichischer Kaiser auf den Thron. 1918 muss er nach der Niederlage im 1. Weltkrieg auf jegliche Beteiligung an den Regierungsgeschäften in Österreich und Ungarn verzichten. Allerdings dankt er nie ab, da der Kaisertitel immer von „Gottes Gnaden“ beansprucht wurde, wie bei allen früheren Habsburgern auch.

In Österreich wird die 1. Republik am 12. November 1918 ausgerufen, die zunächst noch Deutschösterreich genannt wurde Erst am 21. Oktober 1919 wurde der offizielle Name Republik Österreich beim Inkrafttreten des Vertrages eingeführt.

Karl wird ins Exil in die Schweiz geschickt, gemeinsam mit seiner Frau Zita von Bourbon-Parma und seinen Kindern. Es erfolgt noch zweimal ein Versuch der Restauration der Monarchie in Ungarn. Schließlich wird er von den Alliierten auf die portugiesische Insel Madeira verbannt. Dort verstirbt er wenig später, mit nur 34 Jahren an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

Er hinterlässt seine Gattin Zita mit acht Kindern, darunter den ältesten Sohn Otto, der später als Europapolitiker auf sich aufmerksam machte. Zita überlebt ihn um 67 Jahre und erhält als letzte österreichische Kaiserin 1989 ein offizielles Staatsbegräbnis in Wien. Ihre Gebeine befinden sich in der Kapuzinergruft. Karls Überreste ruhen in Madeira. Die Herzen beider sind allerdings wieder vereint im Kloster St. Muri in der Schweiz.

Time Travel Tipp: Wo in Wien können Sie mehr über den Ersten Weltkrieg erfahren? Kriege gehören ins Museum ist der Slogan des Heeresgeschichtlichen Museums. Ein Besuch führt sie durch mehrere Jahrhunderte österreichischer Kriege.

Mehr Infos: Startseite – Heeresgeschichtliches Museum (hgm.at)

 

 

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