Mit dem Fiaker durch Wien – ein kaiserliches Vergnügen

Was bezeichnet das Wort Fiaker und woher stammt es? Wie alt ist die Tradition der Fiaker in Wien? Wieviele Fiakerunternehmer gibt es heutzutage? Wann setzt sich der Wiener gerne in einen Fiaker?

Wir blicken in Wien auf eine ca. 30jährige Fiakergeschichte zurück. Was die Gondeln für Venedig bedeuten, sind die Fiaker in Wien. Der Fiaker besteht aus drei Teilen: Pferde, Kutsche und Kutscher.

 

Der Begriff Fiaker kommt ursprünglich aus dem französischen, da sich in der Rue de Saint Fiacre in Paris, der erste Standplatz für Lohnkutschen befand. Diese wurden von einem Kaufmann bereits 1662 erstmalig eingesetzt. Namensgeber war allerdings der irische Mönch Fiacrius, dessen Bild sich an der Außenwand des dortigen Wirtshauses befand. Der Heilige Fiacrius erhielt das himmlische Patronat über diesen neuen Berufsstand.

 

In Wien wurde ca. 30 Jahre später die erste Fiakerlizenz erteilt. Um 1720 wurden die Kutschen in Fiaker umbenannt und durchnummeriert. Davon hießen sie Janschky-Wagen, benannt nach dem Fuhrwerksunternehmer Joseph Janschky. Im 19. Jh. gab es bereits an die 1.000 Fiaker. Viele Kutscher waren auch Sänger, z.B. Josef Bratfisch, der Leibfiaker von Kronprinz Rudolf.

 

Fiaker hatten immer diskret zu sein und wurden auch heimlich für sogenannte „Porzellanfuhren“ gebucht. Dabei handelte es sich um eine vorsichtige Fahrt, so als würde man Porzellan führen. Dame und Herr hatten so die Möglichkeit sich in der geschlossenen Kabine zu vergnügen.

 

Seit dem ersten Weltkrieg werden Fiaker in Wien überwiegend für Stadtrundfahrten (internationale Gäste) Praterbesuche (beliebt bei Firmungen) und besonderen Anlässen (z.B. Hochzeiten) von den Einheimischen gemietet.

 

Die ersten weiblichen Kutscher gibt es seit 1984. Die Preise für die Rundfahrten werden von der Stadt Wien festgelegt. Die traditionelle Bekleidung ist ebenfalls gesetzlich geregelt. Seit 1998 ist in Wien die Fahrtdienstprüfung notwendig, um als Fiaker seinen Dienst antreten zu können.

 

Heutzutage gibt es ca. 40 Fiakerunternehmen mit 200 Fiakerkutschen in Wien. Viele dieser Kutschen sind mittlerweile über 100 Jahre alt. Um mehr Eindruck über alte Kutschen zu bekommen bzw. über den ganzen Fuhrpark der Habsburger-Dynastie, empfehlen wir Ihnen den Besuch der Wagenburg neben dem Schloss Schönbrunn.

 

Unter den ca. 40 Wiener Kaffeespezialitäten gibt es sogar einen Fiakerkaffee. Dabei handelt es sich um ein Getränk, dass je zur Hälfte aus schwarzem Kaffee und Schlagobers besteht und mit Rum verfeinert wird.

 

In Wien gibt es mehrere Fiakerstandplätze, z.B. am Albertinaplatz, Michaelerplatz, Stephansplatz, Petersplatz und Burgtheater/Volksgarten. Für eine kleine Rundfahrt (ca. 20 Minuten) durch die Innenstadt müssen Sie mit ca. 55 € rechnen, während eine große Rundfahrt (ca. 40 Minuten) zusätzlich noch die Ringstraße inkludiert und sich mit € 80 auf die Reisekasse schlägt. Vier Personen passen in eine Kutsche, also kann man sich die Kosten gut teilen. Auch individuelle Rundfahrten können gebucht werden. Der Zentralfriedhof kann ebenfalls mit einem Fiaker wie in Kaiserzeiten erkundet werden.

 

Mittlerweile gibt es auch Führungen zu den Stallungen um mehr über die Pferde, die Fiaker und ihren Beruf zu erfahren. Wer es eleganter und mit Dinner haben möchte, dem seien die Riding Dinner ans Herz zu legen www.ridingdinner.com

 

Time Travel Tipp: Gleich in der Nähe von Time Travel können Sie entweder am Michaelerplatz

oder am Petersplatz in eine Fiakerkutsche einsteigen und Wien auf imperiale Art kennenzulernen.

 

 

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