Der Wiener Donaukanal – die Weggehmeile mit Street-Art

Wo befindet sich der Wiener Donaukanal und was macht ihn so besonders? Was war hier früher und welche Bedeutung hat er heutzutage für die Wiener? Wie lange ist der Kanal?

Bis zur Donauregulierung Ende des 19. Jh. verlief der Hauptstrom der Donau an der Stelle des heutigen Donaukanals, welcher mittlereweile nur ein kleiner Seitenarm der Donau ist. Er schlängelt sich auf einer Länge von ca. 17km von der Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage, entlang des Zentrums beim Franz Joseph Kai und Schwedenplatz vorbei, trennt 2. und 3. Bezirk und mündet beim Praterspitz am Alberner Hafen in die Donau.

Insgesamt 22 Brücken ermöglichen die Querung des Kanals, wovon die wichtigsten innerstädtischen die Salztorbrücke, Marienbrücke, Schwedenbrücke, Aspernbrücke, Franzensbrücke und Rotundenbrücke sind. Viele dieser Brücken wurden im 2. Weltkrieg zerstört und sind Neubauten.

In der ersten Aprilhälfte 1945 wurde der Kanal im Bereich der Innenstadt heftigst umkämpft- Bei der Schlacht um Wien kam es zwischen der Roten Armee und der deutschen Wehrmacht zu Artilleriebeschuss und viele Häuser entlang des Donaukanals wurden zerstört. Dadurch finden sich an dieser Stelle die typischen Nachkriegsbauten der 1950er Jahre, die in erster Linie schnell errichtet wurde, da Wohnraum benötigt wurde. Von Eleganz und künstlerischem Stil ist wenig zu sehen.

Welche Sehenswürdigkeiten können Sie im Zuge einer kleinen Panoramaschifffahrt am Donaukanal bestaunen? Auch abends mit Dinner eine schöne Option.

  •   Nussdorfer Wehr- und Schleusenanlage von Otto Wagner gestaltet im Jugendstil
  • Müllverbrennungsanlage Spittelau von Friedensreich Hundertwasser gestaltet
  •  Zaha-Hadid Haus von der Stararchitektin selbst
  • Rossauer Kaserne (heute Sitz des Verteidigungsministeriums) im romantischen Historismusstil errichtet
  • U-Bahnstationen Friedensbrücke und Rossauer Lände von Otto Wagner errichtet
  • Schützenhaus (frühere Kaiserbadschleuse, heute ein ausgezeichnetes Restaurant)
  •  So Vienna (früheres Sofitel) vom französischen Architekten Jean Nouvel errichtet
  • Badeschiff
  • Urania – Volksbildungshaus und Sternwarte
  • Blick auf das Riesenrad in der Ferne
  • Hermann-Strandbar (Urlaubsfeeling wie in Italien)
  • Kunsthaus und Ponton an der Weißgerberlände (von Hundertwasser gestaltet)

Der Donaukanal ist zu einem Freizeitort geworden, wo man gerne spazieren geht oder mit dem Rad unterwegs ist, stehenbleibt, etwas konsumiert in einem der vielen Lokale. Die Summerstage bei der Roßauer Lände ist sehr beliebt. Künstler und eine alternative Szene siedelt sich an und verschönert mit kunstvoller Street-Art den Kanal. Das Flex zieht vor allem Techno-Fans an.

In den letzten 20 Jahren hat sich der Donaukanal zu einer Weggehmeile im Sommer entwickelt. Sand wurde bei manchen Lokalen (Tel Aviv Beach, Herrmann Strandbar) aufgeschüttet um ein Urlaubsfeeling zu erzeugen. Ein Lokal reiht sich an das andere und die Einheimischen als auch internationalen Besucher lassen den Tag gerne mit einem Drink hier ausklingen. Das beliebte Festival

„Donaukanaltreiben“ findet einmal jährlich statt und der Kanal bietet drei Tage lang kostenlos Live- Musik an.

 

Die neueste Attraktion ist der begrünte Bereich der früheren Kaiserbadschleuse vis-a-vis vom Schützenhaus. Bei heißen Temperaturen im Sommer soll diese Anlage für Abkühlung sorgen. Vorbild waren die „Schwimmenden Gärten“ von Paris. Weitere neue Projekte sind im Bereich Schweden- und Morzinplatz geplant. Der Twin-City Liner, ein Tragflügelboot, das Wien mit Bratislava verbindet ist schon erstes Zeichen der Veränderung in dieser Gegend. Die Station befindet sich unter dem Restaurant-Café Motto am Fluss, dass sehr beliebt ist.

Man kann den Donaukanal sogar zu Fuß unterqueren. Im Zuge der U2 U-Bahnstation Schottenring wurde diese Möglichkeit geschaffen im Jahr 2008 geschaffen.

Time Travel Tipp: Nach dem Sightseeing in der historischen Altstadt sind es nur ein paar Gehminuten zum Donaukanal, wo Sie herrlich in einem Liegestuhl bei einem Cocktail entspannen können um wieder fit für die restlichen Wiener-Sehenswürdigkeiten zu werden.

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