Schloss Schönbrunn

Das Schloss Schönbrunn – die ehemalige Sommerresidenz der Habsburger

Wie weit liegt Schloss Schönbrunn vom Zentrum entfernt? Wer nutzte das Schloss am allermeisten? Welche historischen Ereignisse trugen sich hier zu? Was können Sie hier alles sehen?

 

Die Sommermonate verbrachten die Habsburger außerhalb des Zentrums, im Schloss Schönbrunn, ca. 25 U-Bahnminuten von der Innenstadt entfernt. Kaiserin Elisabeth wohnte hier und liebte stundenlange Spaziergänge durch die barocken Gärten und hinauf zur Gloriette, einer Aussichtsterrasse mit schönem Blick auf die Stadt.

Vor allem die Herrscherin Maria Theresia mit ihren 16 Kindern (die bekannteste Tochter war Marie- Antoinette) nutzte im 18. Jh. das Schloss mit seinen 1.441 Räumen. 45 dieser Räume, darunter der Große und der Kleine Prunksaal im Rokokostil, können heutzutage besichtigt werden.

Schönbrunn zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Am 13. Oktober 1762 lauschten im Spiegelsaal des Schlosses Schönbrunn das Kaiserpaar Maria Theresia und Franz I. Stephan sowie zwölf Erzherzöge und Erzherzoginnen dem Vortrag von Mozart und seiner älteren Schwester Nannerl auf Klavier und Geige. Der selbstbewusste 6-jährige Wolfgang bezauberte alle mit seinem Spiel. Hofkompositeur Christoph Wagenseil erkannte: „Du bist ein richtiger Musiker!“

Anekdoten besagen, dass die Mozart-Kinder nach dem Konzert mit den Erzherzögen und Erzherzoginnen spielten und durch den Spiegelsaal tollten. „Wolferl ist der Kaiserin auf den Schoß gesprungen, hat sie um den Hals bekommen und rechtschaffen abgeküsst“. Kurz, wir waren von drei Uhr bis sechs Uhr bei ihr gewesen“ schreibt Leopold Mozart an seinen Hausherren und Gönner Lorenz Hagenauer nach Salzburg.

In der Großen und der Kleinen Galerie traf sich die kaiserliche Familie (Maria Theresia und Franz Stephan hatten immerhin 16 Kinder, 11 Töchter und 5 Söhne) zu großen Empfängen und Familienfesten. Die große Galerie wird nach wie vor für große Ereignisse verwendet.

Chruschtschow und Kennedy trafen im Zuge der Abrüstungsverhandlungen im Kalten Krieg 1961 hier aufeinander. Österreich feierte seinen EU-Beitritt 1995 in Schönbrunn mit einem Gala-Dinner.

Der Schlosspark Schönbrunn ist ein Erlebnis für sich. Das Besondere ist, dass es sich um einen unveränderten barocken Landschaftsgarten aus dem 18. Jh. handelt. Er ist frei zugänglich von frühmorgens bis Sonnenuntergang und wird von den Einheimischen gerne zum Spazierengehen und Laufen genutzt. Es gibt auch kostenpflichte Teile, wie die Orangerie, den Kronprinz Rudolf Garten und den Irrgarten. Eine Panoramabahn bringt weniger Bewegungsfreudige zu allen Teilen der Schloss- und Gartenanlage.

Die Orangerie in Schönbrunn, eine der größten neben Versailles, bietet einen festlichen Rahmen für klassische Konzerte, Kongresse und Veranstaltungen jeglicher Art. Hier fand schon der berühmte musikalische Wettstreit zwischen Mozart und Salieri statt.

Das Kindermuseum lädt die Kleinen ein, sich einmal wie Prinz und Prinzessin zu fühlen und zu kleiden. Das Schönbrunner Marionettentheater ist bei Kindern ebenfalls sehr beliebt. Kleine

 

Insiderinfo: Die Habsburger-Show bei Time Travel Vienna wurde dem Marionettentheater in Schönbrunn nachempfunden.

Die nahegelegene Wagenburg zeigt die prunkvollen Kutschen aus der Kaiserzeit. Im Schloss Schönbrunn kann man auch wohnen, heiraten und seine Flitterwochen verbringen. Das ist ein einmaliges kaiserliches Erlebnis und besonders bei asiatischen Gästen beliebt.

Die Farbe des Schloss Schönbrunn ist ein ganz besonderes gelb – genannt „Schönbrunner Gelb“- Das Schönbrunner Gelb bestimmte die Farben des Kaiserhauses und seiner Flagge. Es

steht historisch für den Glanz und die Verbreitung der österreichischen Habsburger-Monarchie. Schon die Farben des Heiligen Römischen Reichs hatten diesen Gelbton, der dann später auch für die deutsche Flagge bezeichnend wurde. Auch heute findet man diese Farbe noch an Amtsgebäuden von Moldawien bis Krakau, wenn auch großteils vergilbt und abgeblättert. Das Schloss hat im Laufe der Zeit die Farbe mehrmals gewechselt und war bereits hellblau und rosa.

Time Travel Tipp: Ganz früh am Morgen ist am wenigsten los im Schloss Schönbrunn der meistbesuchten Sehenswürdigkeit Österreichs. Wir empfehlen Ihnen eine Online-Reservierung um lange Wartezeiten zu vermeiden. Das Café Residenz und die Jausenstation Landtmann bieten einen der besten Apfelstrudel Wiens.

Mehr Infos: www.schoenbrunn.at

 

 

 

 

Teile diesen Beitrag

Share on facebook
Share on linkedin
Share on twitter
Share on email

Weitere Beiträge