Mozart – das Wunderkind aus Salzburg steigt in Wien zu Weltruhm auf

In welchem Alter gab Mozart sein erstes Konzert in Wien? Wo trat er auf und wen busselte er „rechtschaffen“ ab? Wer reiste meistens mit ihm? Wo finden wir seine Kindergeige ausgestellt? Was passierte in Wien? Welches Ereignis veränderte alles?

Das Musikgenie kam am 27. Jänner 1756 um 8h abends in Salzburg in der Getreidegasse 9 zur

Welt. Am nächsten Tag folgte die Taufe im Salzburger Dom auf den vollständigen Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus. Gerufen wurde er allerdings Wolferl, Wolfgang oder auch Woferl.

Er war das siebte und zweite überlebende Kind seiner Eltern Leopold Mozart, einem deutschen Komponisten aus Augsburg und seiner Ehefrau Anna-Maria Mozart, geb. Pertl, aus St. Gilgen am Wolfgangsee. Seine ältere Schwester Maria Anna, genannt „Nannerl“ wurde 1751 geboren und verstarb mit 78 Jahren. Die restlichen fünf Geschwister verstarben alle innerhalb des ersten Lebensjahres.

Bereits im Alter von vier Jahren erhielten er und seine fünf Jahre ältere Schwester den ersten Klavier- und Geigenunterricht. Der Vater unterrichtete die Kinder auch in Allgemeinbildung. Mozarts Kindergeige war lange im Besitz seiner Schwester Maria-Anna und ist heute im Mozarthaus Salzburg zu besichtigen. Zuletzt im April 2018 wurde die Geige bei einem österreichischen Staatsbesuch in der Volksrepublik China im Rahmen eines Staatsbanketts gespielt.

Mozarts Begabung im Klavier- und Violinspiel war offensichtlich und 1762 folgten seine ersten Konzertreisen und Auftritte mit seiner Schwester Nannerl. München und Passau stand am Programm, gefolgt von Wien. Dort wollte man die beiden Geschwister dem kaiserlichen Hof präsentieren.

Mozart war sechs Jahre alt als er am 13. Oktober 1762 gemeinsam mit Maria Anna im Spiegelsaal des Schlosses Schönbrunn die kaiserliche Familie in seinen Bann zog. Maria Theresia, Franz Stephan und deren Kinder waren verzaubert vom Vortrag auf Klavier und Geige.

Gemäß einer Anekdote spielten die Kinder alle gemeinsam nach dem Konzert im Spiegelsaal des Schloss Schönbrunn. Dabei rutschte Mozart aus, wurde von der kleinen Erzherzogin Marie-Antoinette aufgefangen und kündigte an sie zu heiraten wenn er groß sei. Im Leben kommt es aber bekanntlich immer anders als geplant.

Bekannt sind die Worte aus dem Brief Leopold Mozarts nach Salzburg über folgenden Vorfall: „Wolferl ist der Kaiserin auf den Schoß gesprungen, hat sie um den Hals bekommen und rechtschaffen abgeküsst“

Wolferl und Nannerl erhielten für ihren Auftritt 100 Golddukaten, 450 Gulden und die kostbar bestickten, abgelegten Kleider der Kinder Maria Theresias. Es war damals üblich abgelegte Kleider der Kaiserkinder an die Untertanten zu verschenken.

Wie ging es weiter mit Mozarts Karriere? Es folgten Konzertreisen durch ganz Europa bis zur völligen Erschöpfung. Jeder wollte das Wunderkind aus Salzburg sehen. München, Paris, London, Brüssel, Amsterdam waren die ersten Stationen. Besonders erfolgreich waren die Italienreisen von 1771-72. Die Pocken grassierten zur damaligen Zeit in Europa und auch Mozart wurde davon befallen, wie Narben bezeugten.

1772 zurück in Salzburg, wurde Mozart vom neuen Fürsterzbischof Hieronymus Franz Joseph von Colloredo zum Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle befördert. Dieser wollte den erfolgreichen Musiker in Salzburg halten, was nur einige Jahre glückte. Mozart ging weiterhin auf Konzertreisen und suchte eine bessere Anstellung im benachbarten Ausland.

In München und Augsburg sprach er vor, es kam zu keiner Anstellung, aber dennoch war der Aufenthalt schicksalsgebend, denn er lernte in München die Familie Weber mit den vier Töchtern kennen. Zuerst verliebte er sich in die älteste Tochter namens Aloisia, im Endeffekt heiratete er dann Jahre später die jüngste, namens Constanze.

Er reiste 1778 auf Drängen seines Vaters weiter nach Paris, es kam auch zu keiner Anstellung. Stattdessen verstarb seine Mutter, die mit ihm auf Reisen war. Dies war sehr tragisch für Mozart, der damals 22 Jahre jung war. Er reiste Monate später zurück nach Salzburg, wo er zum Hoforganisten ernannt wurde. Dies ging nicht lange gut, denn den Freigeist Mozart zog es weg aus Salzburg über München nach Wien.

1781 reichte es dem Erzbischof, dass Mozart, obwohl offiziell in seinen Diensten stehend, nicht nach Salzburg zurückkam. Er entließ ihn aus seinen Diensten durch den gräflichen Abgesandten, den fürsterzbischöflichen Oberstküchenmeister Karl Joseph Maria Graf Arco, der ihm den berühmten „Fußtritt“ oder direkter ausgedrückt den sogenannten „Arschtritt“ verpasste.

Dies Ereignis kickte Mozart in die Selbständigkeit als freischaffender Künstler in Wien. Er kündigte seinen Salzburger Dienst offiziell auf, und begann sein Leben in „Freiheit in Wien“. Er gab Klavier- und Geigenunterricht und spielte in Konzerten.

Privat und beruflich begann nun die produktivste und kreativste Phase seines Lebens. Er heiratete am 4. August 1782 Constanze Weber im Stephansdom. Sie gebar sechs Kinder, von denen allerdings nur zwei Söhne das Erwachsenenalter erreichten. Von 1784-87 wohnte er mit seiner Familie im Mozarthaus, dem einzigen Ort, der noch erhalten geblieben ist und besichtigt werden kann. Die anderen ca. 16 Wohnorte Mozarts in Wien sind meist nur mit einer Gedenktafel versehen.

Ein Auszug aus seiner künstlerischen Schaffensperiode mit den bekanntesten Werken:

  • 1782 – Die Entführung aus dem Serail
  • 1786 – Figaros Hochzeit – Le nozzi di Figaro
  • 1787 – Uraufführung in Prag von Don Giovanni
  • 1790 – Cosi fan tutte
  • 1791 – La clemenza di Tito
  • 1791 – Die Zauberflöte

 

Mozart ging es in diesen Jahren finanziell sehr gut. Er verdiente gut, gab aber auch viel aus. Manche Kompositionen waren erfolgreich, manche weniger. 1787 verstarb sein Vater und Förderer Leopold Mozart. Dank der vielen Briefe Mozarts an seinen Vater ist das Leben Mozarts bestens dokumentiert.

Im Herbst 1791 erkrankte Mozart am „hietzigen Frieselfieber“ und war innerhalb weniger Wochen tot. Er starb knapp vor seinem 36. Geburtstag am 5. Dezember 1791. Eine Gedenktafel am Sterbeort in der Rauhensteingasse 8 erinnert daran. Er war mitten in den Arbeiten am „Requiem“, dass sein Schüler Franz Xaver Süßmayer fertigstellte.

Es gab viele Spekulationen über seinen plötzlichen und überraschenden Tod. Man vermutete die Syphillis, eine Vergiftung, die Folgen der vielen Aderlässe etc. Bis heute wird spekuliert, bewiesen werden konnte nichts.

Mozart wurde im Stephansdom eingesegnet und in einem allgemeinem Schachtgrab am St. Marxer Friedhof bestattet. Es entsprach der Reform Josephs II. mehrere Personen in ein Grab zu legen um Kosten zu sparen. Er verstarb also nicht verarmt, wie oft vermutet wurde. Leider markierte man nicht genau die Stelle, daher steht heute ein Denkmal ziemlich mittig am St. Marxer Friedhof, das die ungefähre Stelle bezeichnet. Am Wiener Zentralfriedhof befindet sich ein Ehrengrab für Mozart beim Musikerhain.

 

Mozarts Bedeutung heutzutage?

Kein anderer Komponist wurde so weltberühmt wie Mozart. Denkt man an einen Komponisten, kommt bei den meisten Menschen der Name Mozart als erstes ins Gedächtnis. Er ist auf Banknoten und Münzen verewigt. Wer mag nicht die köstlichen Mozartkugeln aus Schokolade, Nougat, Pistazien und Marzipan.

In Wien treffen wir an vielen Stellen auf ihn: das Mozarthaus, der einzig erhaltene Wohnort in Wien, die Mozart-Statue im Burggarten, das Café Mozart. Die Mozartgasse und der Mozartplatz in Wien- Wieden (4. Bezirk) wurde nach ihm benannt. In der Mitte des Platzes steht der Papagenobrunnen, zur Erinnerung an die Hauptfigur seines Singspiels „Die Zauberflöte“.

1984 schaffte es Mozart nach Hollywood. Sein Leben wurde mit Tom Hulce als Mozart verfilmt.

Time Travel Tipp: Bei Time Travel bekommen Sie einen Vorgeschmack auf das künstlerische Schaffen von Mozart, welches Sie im Mozarthaus, im Haus der Musik, beim Mozart-Denkmal im Burggarten vertiefen können.

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