Das Naturhistorische Museum – Flora und Fauna der Habsburger

Auf welchen Habsburger gehen die naturwissenschaftlichen Sammlungen zurück? Wann wurde das Naturhistorische Museum eröffnet? Welche Highlights bietet das Museum?

Die kuppelgekrönten Zwillingsgebäude der beiden Hofmuseen Kunsthistorisches- und Naturhistorisches Museum, entworfen von Gottfried Semper und Carl von Hasenauer, sollten einen angemessenen Rahmen für die Schätze von Kunst und Natur bilden, welche in vier Jahrhunderten von den Habsburgern angesammelt worden waren.

Genau gegenüber vom KHM befindet sich das Naturhistorische Museum (NHM). Ein komplett identer Bau, der die Wiener Ringstraßenarchitektur des 19. Jh. bestens darstellt. Besonders beliebt bei Familien mit Kindern und Naturfans. 30.000 Millionen Objekte sind hier zu Hause. Darunter eine der größten Meteoriten- und Mineraliensammlungen weltweit. Das digitale Planetarium lädt zu einem Blick in den Himmel.

Highlight ist die Venus von Willendorf, ein archäologischer Fund, einer knapp 30.000 Jahre alten 11cm großen Frauenfigur, die bis heute Rätsel aufgibt. Nachgestellte lebensgroße Dinosaurier versetzen zurück in prähistorische Zeiten im Sauriersaal. Die Bestände des NHM gehen auf die große Sammelleidenschaft der Habsburger zurück.

Das Naturhistorische Museum beeindruckt auch mit seltenen Fossilien, Schnecken, Muscheln, Korallen, sowie kostbaren Mineralien und Edelsteinen. Tierpräparate aller möglichen Tierarten faszinieren ebenso.

Im Gegensatz zu den Kunstsammlungen des Kunsthistorischen Museums, wurden die naturwissenschaftlichen Sammlungen lange als Kuriositäten betrachtet. Erst Kaiser Franz Stephan von Lothringen (Ehemann von Maria Theresia) begann wissenschaftlich zu forschen und begründete zunächst ein privates Naturalienkabinett. Es handelte sich um Mineralien, Fossilien, Schnecken, Korallen und Muscheln. Pflanzen und Tiere wurden in Menagerien und botanischen Gärten gehalten, da die Präparationskunst Mitte des 18. Jh. noch nicht sehr weit fortgeschritten war. Das Naturalienkabinett war damals eines der fortschrittlichsten in Europa.

Ein weiterer Förderer war Franz II/I (1792-1835), der die Naturaliensammlung um ein Tierkabinett erweiterte. Durch die Vermählung seiner Tochter Leopoldine mit dem brasilianischen Kronprinzen Dom Pedro wurden namhafte Forscher nach Brasilien geschickt und die Sammlung wuchs weiter und erlebte seinen ersten Höhepunkt als Museum von Weltruf. Die Weltumsegelung der Fregatte „Novara“ trug weiter dazu bei.

Früher waren die Exponate zunächst im Hof-Naturalien-Cabinet im Leopoldinischen Trakt der Hofburg untergebracht. Danach im Augustinergang und im Botanischen Kabinett der Universität. Das Platzproblem wurde immer größer, bis am 10. August 1889 unter Präsenz von Kaiser Franz Joseph höchstpersönlich, das Naturhistorische Museum an der Wiener Ringstraße eröffnet wurde.

 

Die wissenschaftlich-forschenden Abteilung können sich sehen lassen: Von der prähistorischen, zoologischen, botanischen bis zur geologischen ist hier jede Richtung vertreten. Interessant die Vorträge zum Thema Natur, Nachhaltigkeit, Umweltschutz, die regelmäßig in den Vortragsälen gehalten werden.

Time Travel Tipp: Einmal wöchentlich gibt es Dachführungen, d.h. Sie sehen „hinter die Kulissen“ des Museums, gelangen auf das Dach und genießen die wundervolle Aussicht über die Wiener Innenstadt. Vielleicht wollen Sie das auch mit einem besonderen Abendessen kombinieren? In der Kuppelhalle finden die beliebten wöchentlichen „Muschel-Dinner“ statt, d.h. Sie speisen in einem einmalig-kaiserlichen Ambiente.

Auch für Kinder bietet das Naturhistorische Museum ein abwechselndes und spannendes Programm mit Rätselrallyes durch das Museum. Oder wie wäre es mal mit einer „Nacht im Museum?

Mehr Infos: Naturhistorisches Museum Wien – Naturhistorisches Museum Wien (nhm-wien.ac.at)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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