Die Wiener verheizen ihren Wienerwald

Nach dem 1. Weltkrieg zogen die WienerInnen in den Wienerwald. Es fehlte ihnen an Brennmaterial, der Winter war kalt, und so schlägerten sie einfach, was ihnen brauchbar erschien. Zu Tausenden kamen sie, Männer, Frauen und Kinder und holzten alles planlos ab.

Von der Notwendigkeit einer fachgerechten Schlägerung hatten sie keine Ahnung und die Folgen konnten lange Zeit nicht gut gemacht werden.

Die erste lateinische Bezeichnung „silva Viennensis“ ist urkundlich im Jahre 1332 erwähnt. Die deutsche Namensform „Wienner Waldt“ findet man erstmals im Jahre 1368. Damals ging er noch rund herum um unsere Stadt. 1905 wurde der Grüngürtel rund um Wien zum „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ erklärt. Stets war er für die Beheizung der Wohnungen der WienerInnen überlebenswichtig. Zuletzt in den beiden Weltkriegen.

Erst ab 1955 erholte der Wald sich langsam. Seit 1985 finden in waldarmen Gebieten der Stadt Wien jährlich die Aufforstungsaktion „Wald der jungen WienerInnen“ statt. Jedes Jahr werden alle interessierten und engagierten WienerInnen eingeladen, sich aktiv daran zu beteiligen und zur Entstehung eines neuen Waldes beizutragen.

Rund 10.000 heimische Bäume und Sträucher wie Eichen, Linden oder Ahorn werden jährlich bei dieser Aufforstungsaktion gesetzt. Pro Jahr wächst Wiens Wald um 50.000 bis 100.000 m². Der Wienerwald und der Nationalpark Donau-Auen bieten vielen Tieren und Pflanzen einen sicheren Lebensraum. Allein der Wienerwald ist Heimat von 2.000 Pflanzenarten, 150 Brutvogelarten und vielen anderen bedrohten Tieren. Das Waldmanagement der Stadt Wien ist ausschlaggebend für die Lebensqualität und essentiell für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser höchster Qualität.

Zu diesem Zweck betreut die MA 49, „Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien“, in den Einzugsbereichen der 1. und 2. Hochquellenleitung Wasserschutz- und Schongebiete. Die Abteilung bewirtschaftet im Rax- und Schneeberggebiet sowie im Hochschwabmassiv eine Gesamtfläche von rund 33.000 ha Wald, Almen, Wiesen und Gewässern. Damit ist Wien der größte Landwirtschaftsbetrieb Österreichs!

Den WienerInnen ist so der selbstverständliche Luxus von Quellwasser aus der Wasserleitung garantiert. Mit einem Waldanteil von rund 20 Prozent des Stadtgebiets ist Wien eine der grünsten Städte Europas und die einzige mit einem eigenen Nationalpark. 2016 erhielt unsere Stadt den Ehrentitel „European Forest City“.

Time Travel Tipp: Wien bietet mittlerweile 10 Stadtwanderwege durch den Wienerwald und es lohnt sich auf diesen die Stadt zu erwandern. Es gibt sogar einen sogenannten „Rundumadumweg“, wo Sie einmal die Stadt im Kreis abgehen können. Nehmen Sie sich genug Zeit, denn dabei handelt es sich um ca. 120km.

Mehr Infos: Wiener Stadtwanderwege

 

 

 

 

 

 

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