Die Wiener Ringstraße – ein Prachtboulevard des 19. Jh.

Wann entstand die berühmte Wiener Ringstraße und welche Architekten wirkten mit? In welchem Stil ist die wichtigste Verkehrsader Wiens gestaltet. Wieso trägt sie diesen Namen?

In der Bauzeit von ungefähr 1860 – 1910 entstand die ca. 5 km lange Wiener Ringstraße, der Prachtboulevard des 19. Jh., der die Wiener Innenstadt umgibt. Sie war als wichtigste Verkehrsader gedacht und diente vor allem auch zum Flanieren. Viele Cafés, Hotels und die schönsten Palais säumten und säumen noch immer die Ringstraße. Besondere Ereignisse finden auf der Ringstraße statt, seien es Kundgebungen oder Paraden, auch der Vienna City Marathon wählt den Ring als schöne Laufstrecke. Die Wiener Ringstraße sieht aus wie ein Ring, der die Innenstadt umschließt, obwohl sie genau genommen hufeisenförmig gestaltet ist.

Die Architektur der Gebäude geht auf namhafte Architekten zurück, wie Theophil von Hansen, Gottfried Semper, Carl von Hasenauer und Heinrich von Ferstel. Der verwendete Stil nennt sich Historismus, d.h. man erfand keinen neuen Stil, sondern bediente sich der früheren Stilrichtungen. Die Staatsoper ist im Neo-Renaissance-Stil errichtet, das Wiener Rathaus ist neugotisch.

Die Straßenbahnen Nr. 1 und 2 (Wechsel bei der Staatsoper oder Schwedenplatz) zeigen Ihnen die Ringstraße mit den Prachtbauwerken beginnend am Stubenring: ehemaliges Kriegsministerium (heute Sitz diverser Ministerien) – gegenüber die Otto Wagner Postsparkasse – Universität für Angewandte Kunst – Museum für Angewandte Kunst (MAK) – Palais Coburg – Stadtpark – Hotel Imperial – Staatsoper – Hofburg mit Burgtor und Heldenplatz – Kunst- und Naturhistorisches Museum- Maria-Theresien-Statue dazwischen – Museumsquartier (MQ) dahinter – Parlament – Volksgarten – Rathaus samt Park und Platz davor – Burgtheater – Universität – Mölker Bastei (Teil der alten Stadtbefestigung) – Votivkirche – Deutschmeisterdenkmal – früheres Börsegebäude- Ringturm – Franz Josephs-Kai – Donaukanal – (Blick rechts auf die Ruprechtskirche) – Schwedenplatz – Urania- Blick auf Riesenrad in der Ferne – Stubenring.

Nach einer kompletten Runde (dauert ca. 30 Minuten), können Sie wieder beim Schwedenplatz aussteigen und dort in der Nähe das größte Schnitzel Wiens beim „Figlmüller“ probieren! Achtung: unbedingt reservieren! Danach empfehlen wir einen Verdauungsspaziergang durch das „Bermuda- Dreieck“, wo sich auch die jüdische Synagoge und die Ruprechtskirche, die älteste Kirche Wiens befindet. Zahlreiche Lokale laden auf einen Drink oder zwei ein. Sie können leicht verlorengehen im Bermuda-Dreieck sagt man 😉

Wo sich heutzutage die Wiener Ringstraße befindet, stand bis Mitte des 19. Jh. die Stadtmauer. Die französischen Besatzungstruppen Napoleons sprengten Anfang des 19. Jh. die Wiener Stadtmauer zwischen der Löwel- und der Augustinerbastei, womit die Idee einer Befestigung im wahrsten Sinne des Wortes Risse bekam.

Es sollte aber noch rund 50 Jahre dauern, bis im handgeschriebenen Brief der Wille von Kaiser Franz Josef zum Ausdruck gebracht wurde, die Stadtmauern abzureißen und durch die berühmte Ringstraße zu ersetzen.

 

Die Stadtmauern waren militärisch nicht mehr nützlich und durch die teuren Glacisgründe (grüne Paradeflächen vor der Stadtmauer) konnte man gute Profite erzielen. Ab 1858 erfolgte somit der systematische Abriss, begonnen wurde beim Rotenturmtor.

Neben einigen Straßen-, Gassen- und Platznamen (Stubenbastei, Dominikanerbastei, Coburg– und Schottenbastei sowie Rotenturmstraße und Werdertorgasse) erinnern noch Stationen der öffentlichen Verkehrsmittel (Schottentor, Stubentor) an die alte Befestigungsanlage.

Äußeres Burgtor oder Heldentor: Es ist das einzig verbliebene Tor des alten Wien, wenn auch nicht in seiner ursprünglichen Form. 1809 wurde die Stadtmauer im Bereich der Hofburg durch die Truppen Napoleons gesprengt. Dadurch wurde das Burgtor nach Südwesten versetzt und von 1821-24 neu errichtet.

Coburg Bastei: Das Palais Coburg wurde renoviert und in ein Hotel umgewandelt mit einem der besten Weinkeller Wiens. Reste der Befestigungsanlagen aus dem 16. Jh. werden dort zur Schau gestellt. In den Kasematten, dem unterirdischen Festungsgewölbe, finden heute Veranstaltungen statt.

Mölkerbastei: Hier ist nur mehr die Verbindungsmauer zur ehemaligen Löwelbastei erhalten. Diese wollte man wegen dem Pasqualatihaus und dem Dreimäderlhaus, die sich darauf befinden, nicht abreißen.

Albertina: Die höher gelegene Albertina erinnert heute noch an die Augustinerbastei.

Dominikanerbastei: Hier ist nur mehr die Form erhalten, aber kein Stück Stein der Originalmauer.

Stubenbastei: Bei der U-Bahnstation Stubentor kann man noch Teile der alten Renaissancemauer sehen.

Ruprechtskirche: Auch hier sieht man noch einen winzigen Teil der alten Stadtmauer.

Time Travel Tipp: Es gibt auch die Möglichkeit mit der alten historischen Vienna-Ring-Tram eine Runde um den Ring zu drehen. Audioguides sind in mehreren Sprachen verfügbar und erklären was Sie gerade sehen!

Etwas klassischer und ein bisschen kostspieliger wäre die Fahrt in einem Fiaker (Pferdekutsche) entlang der schönsten Gebäude der Ringstraße. Vier Personen passen in eine Kutsche und somit können die Kosten geteilt werden. Die Wiener fahren gerne zu besonderen Anlässen im Fiaker, sei es bei einer Hochzeit, runder Geburtstag, Erstkommunion etc.

Bei Time Travel selbst bekommen Sie einen Vorgeschmack auf die Wiener Ringstraße in der

letzten Station beim Fiakerflug! Mehr wird hier nicht verraten 😉

Mehr Infos: www.wienerlinien.at

 

 

 

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