Die Geburtsstunde von Wien: Vindobona

Um 15 v. Chr. wird das Königreich Noricum dem römischen Reich eingegliedert. Die Donau wird zur Grenze des Imperiums, und die Römer legen am Donauufer Befestigungen und Siedlungen neben bestehenden Keltendörfern an.

Im ersten Jahrhundert gründeten die Römer an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums ein Militärlager, genannt Vindobona. Es war eines von vielen, um den Limes, die Grenze des Römischen Reiches, zu sichern. Wie der vorlateinische, offensichtlich keltische Name der zivilen Siedlung Vindobona („Waldbach“) zeigt, muss der Platz aber schon in vorrömischer Zeit bewohnt gewesen sein.

Das römische Lager umfasste den Salzgries, die Rotgasse, die Kramergasse, den Graben, die Naglergasse und den Tiefen Graben. Die heutige Wipplingerstraße war die Hauptstraße. Die Siedlung war von drei Meter breiten Steinmauern umgeben. Diese waren bis zu zehn Meter hoch. Die Mauer hatte vier Ecktürme und sechs Tortürme. Noch heute kann man an den Straßenzügen des

  1. Bezirks den Mauerverlauf des Lagers nachvollziehen (z.B. Bogen der Naglergasse).

Im Inneren der Festung gab es einen Palast für den Lagerkommandanten, imposante Kommandogebäude, eine Badeanlage, ein Spital und weitläufige Häuser. Alles beheizt mit einer Warmluftheizung, fließendes frisches Trinkwasser und einem Abwasserkanal, der den Mist unterirdisch fortschwemmte. Genutzt wurden aber auch die wärmenden Schwefelquellen in Baden, Meidling und im Heiligenstädter Park.

Kaiser Marc Aurel hatte in Vindobona sein Hauptquartier während der beiden Markomannenkriege und verstarb hier am 17. März 180 n.Chr an der Pest.

Vindobona gehörte zu der römischen Provinz Pannonia und wurde 213 n.Chr. deren regionales Verwaltungszentrum nach Carnuntum.

Time Travel Tipp: Das Römermuseum am Hohen Markt gibt guten Einblick in Wien zur Römerzeit. Es gehört zu den Wien-Museen und kann jeden 1. Sonntag im Montag kostenlos besichtigt werden.

Mehr Infos: Römermuseum : WIEN MUSEUM

 

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