Falco – vom Kommissar zum Superstar

Wie hieß Falco mit bürgerlichem Namen? Wann begann seine Karriere und wie endete Sie? Wo liegt er begraben? Mit welchem Nr. 1 Hit schaffte er es in die US-Charts? Was bleibt von einem der größten Musiker Österreichs?

Am 19. Februar 1957 kam in Wien ein gewisser Johann „Hans“ Hölzl zur Welt. Er lebte von 1974- 1982 in der Ziegelofengasse 37, wo eine Ehrentafel an den ehemaligen Wohnort erinnert. An dieser Adresse befindet sich auch das Restaurant „Altes Fassl“, in dem Falco oft zu Gast war. Sein erster Welthit „Der Kommissar“ entstand also in der Ziegelofengasse.

Er wuchs als Einzelkind in einfachen Verhältnissen im Arbeiterbezirk Margarethen auf. Eigentlich war er ein Drilling, leider lebten die beiden ander Föten nur bis zum dritten Schwangerschaftsmonat. Das musikalische Talent und sein gutes Gehör waren früh erkennbar.

Durch die Trennung seiner Eltern entstand die innige Beziehung zu seiner Mutter, Maria Hölzl. Falco besuchte das Piaristengymnasium und wechselte ins Rainergymnasium in Margarethen, verließ aber die Schule frühzeitig. Auch die von seiner Mutter gewünschte Lehre als Bürokaufmann brach er ab. Interessanterweise war auch das Musikstudium am Musikkonvervatorium nichts für ihn. Er entsprach sicher nicht dem Typ des „angepassten“ Studenten und hatte nach einem Semester genug. Sein Lebensmotto war ein „richtiger Musiker“ zu werden.

Mit bereits 17 Jahren absolvierte er freiwillig seinen Präsenzdienst beim Bundesheer und begann in der Rockband „Dradhiwaberl“, dessen Gründer Stefan Weber war, als Bassist zu spielen. Er änderte seinen Künstlernamen ab 1978 auf Falco. Inspiriert wurde er vom deutschen DDR- Skispringer Falko Weißpflog. Er gründete parallel seine eigene Band „Spinning Wheel“ Sein Lied „Ganz Wien“ wurde vom Hörfunk boykottiert, da es zu sehr die Drogenszene Wiens thematisierte.

Allerdings verhalf ihm dieser Song dennoch zu seinem ersten eigenen Plattenvertrag. Der Durchbruch kam mit dem Ohrwurm „Der Kommissar“ im Herbst 1981. Plötzlich war Falco europaweit bekannt und sogar bis Kanada und den USA. Und das mit einem deutschsprachigen Text, der erste Rap-Song eines Weißen!

Es begann eine produktive Zeit mit Musikvideos zu seinen Singles. Eine fruchtbare Zusammenarbeit entstand mit DoRo Produktion (Hannes Rossacher und Rudi Dolezal. Das erste Album Einzelhaft gelang an die Spitze der österreichischen Charts und wurde weltweit ein Hit.

1984 folgte das zweite Album „Junge Römer“, welches weniger erfolgreich war. Er wechselte zu den niederländischen Produzentenbrüdern Bolland und produzierte Album Nr. 3 mit dem größten weltweit bekanntesten Hit – Rock me Amadeus“. Nun war sein Erfolg nicht mehr aufzuhalten, der internationale Druchbruch gelang von 1985-87. Der Song war im März 1986 drei Wochen Nr. 1 Hit in den US-Charts. Dies war bis jetzt noch keinem deutschsprachigen Song gelungen. Falco wurde zum internationalen Superstar, was gleichzeitig auch einen hohen Erfolgsdruck bei ihm auslöste.

Song aus diesem Album waren „Vienna Calling“ und das umstrittene Lied „Jeanny“. Bei dem Video zu Jeanny ging man von einer Verherrlichung einer Gewalttat aus, dennoch wurde der Song erfolgreich.

 

Nach dem vierten Album „Emotional“ ging Falco auf Welttournee. Heimweh plagte ihn mehr als der Reiz ganz nach Amerika zu gehen. In einem Interview sagte er einmal „Ich hätte oftmals Gelegenheit gehabt, nach Amerika zu gehen. Ich habe es nicht getan, weil das Schönste an der amerikanischen Fahne die rotweißroten Streifen sind.

1988 produzierte er das Album „Wiener Blut“, das aber nicht an die früheren Erfolge anschließen konnte. Auch das Album „Data de Groove“ 1990 erzielte nur mäßigen Ruhm. Ein Comeback bahnte sich von 1992 bis 1994 an. Mit dem Album „Nachtflug“ und der Single „Titanic“ war er in Österreich wieder erfolgreich. 1993 spielte er beim legendär verregneten Donauinselfest vor 150.000 Fans.

Ein neuer unverhoffter Hit folgte 1995 mit dem Song „Mutter der Mann mit dem Koks ist da“, die den Zeiten angepasst, ihn Richtung Techno ging. Drogen, speziell Kokain waren ein großes Thema im Laufe seines Lebens. Alkohol sowie private Probleme waren immer wieder präsent. Er war nur einmal kurz verheiratet, nachdem seine Freundin seine Tochter zur Welt brachte. Später stellte sich aufgrund eines Vaterschaftstests heraus, dass er gar nicht der richtige Vater war.

„Out of the Dark” war einer seiner letzten Songs. Der Refrain Muss ich denn sterben um zu

leben?“ lässt möglicherweise schon Schlimmes erahnen. Am 6. Februar 1998 verstarb Falco unter mysteriösen Umständen bei einem Autounfall in der Nähe von Puerto Plata in der Dominikanischen Republik. Die Karibikinsel war zu seiner Wahlheimat geworden. Große Mengen an Alkohol und Drogen konnten im Blut nachgewiesen werden.

Er wurde nach Österreich überführt und bekam ein ehrenhalber gewidmetes Grab am Wiener Zentralfriedhof. Seine Mutter Maria wurde später neben ihm bestattet. Das Grab hat sich zu einer Pilgerstätte internationalen Ranges entwickelt.

Wenige Wochen nach seinem Tod wurde das Album „Out oft he Dark (Into the Light“) herausgebracht und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem Riesenerfolg. Es wurden posthum weitere Alben veröffentlicht, wie z.B. „Verdammt, wir leben noch“.

Sein Leben wurde verfilmt – 2008 erschien der Film „Falco – Verdammt wir leben noch“ mit dem österreichischen Musiker Manuel Rubey in der Hauptrolle. Ein eigenes Falco-Musical gibt es ebenfalls. Mit dem sogenannten „Wiener Schmäh“ (Wiener Humor) hat er die ganze Welt erobert wie kein anderer vor ihm.

Die Falcostiege und die Falcogasse in Wien wurden nach dem Popstar benannt. Im

niederösterreichischen Kurort Gars am Kamp wurde eine Falco-Statue errichtet.

Time Travel Tipp: Im Restaurant “Altes Fassl” in der Ziegelofengasse, wo Falco einst wohnte, lässt es sich hervorragend speisen. Das Alt-Wiener Backfleisch oder das klassische OriginalWiener Schnitzel vom Kalb munden dort vorzüglich. Gleichzeitig kann man dort Falco gedenken!

 

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