Die Spanische Hofreitschule – Reitkunst in höchster Vollendung

Wann und wie kam die Spanische Hofreitschule nach Wien? Wo ist der Aufführungsort des
„Ballets der weißen Hengste“, genannt Lipizzaner, und wo befinden sich die Stallungen?

Die Spanische Hofreitschule Wien ist die älteste Reitschule der Welt. Außerdem die einzige Institution der Welt, an der die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der „Hohen Schule“ seit mehr als 450 Jahren unverändert gepflegt wird. Seit 2010 zählt sie dadurch zum immateriellen UNESCO Kulturerbe der Menschheit.

Der Begriff „Hofreitschule“ hängt damit zusammen, dass ihr Besuch und die Nutzung vormals ausschließlich dem Adel vorbehalten war. Diese benötigten eine entsprechende Reithalle für das Erlernen der hohen Schule der Reitkunst. In der barocken Winterreitschule finden die Morgentrainings und Aufführungen der Spanischen Hofreitschule statt. Bei klassischer Musik

„üben“ die weißen Lipizzanerhengste jeden Morgen (außer Montag). An Wochenenden zeigen sie ihre wahren Künste.

Kaiser Karl VI. gab 1729 den Bau der Winterreitschule bei Josef Emanuel Fischer von Erlach in Auftrag. Die barocke Reithalle gilt als eine der schönsten weltweit. Das Reiterporträt des Monarchen ziert noch heute den Eingangsbereich und wird von den Bereitern respektvoll mit einem Gruß bedacht.

Alle Gänge der hohen Reitkunst werden vorgeführt. Von Levade über Kapriole bis Courbette. Da diese Reitkunst unverändert seit dem 16. Jh. gepflegt wird, gehört die Spanische Hofreitschule seit 2010 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Der Name der „Spanischen“ Hofreitschule hängt mit der spanischen Linie der

Habsburger zusammen und lässt sich bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen: Ferdinand I., der Bruder Karls V., wuchs in Spanien auf. Durch die Teilung des habsburgischen Reichs in eine spanische und österreichische Linie, kam Ferdinand nach Wien und nahm die prachtvollen spanischen Pferde von der iberischen Halbinsel mit. Die heutigen Lipizzanerhengste sind deren Nachkommen und wurden mit arabischen und Berberpferden gekreuzt.

Mitten in der Stadt – in der Stallburg (eine der wenigen Renaissancebauten Wiens) sind ca. 72 weiße Lipizzanerhengste untergebracht. Der Name, der wohl berühmtesten Hengste weltweit, geht auf das Dorf Lipica in Slowenien zurück. In dieser Gegend wurde 1580 das einstige Hofgestüt mit spanischen Pferden gegründet. Durch den Zerfall der Monarchie wurde das Gestüt nach Piber, in die Weststeiermark, verlegt. Dort werden die Lipizzaner schwarz, braun oder mausgrau geboren. Bei jedem Haarwechsel verändert sich die Farbe und wird heller. Zwischen vier und sieben Jahren kommen sie nach Wien. Den Sommer verbringen sie am Heldenberg, einem Trainingszentrum in Niederösterreich.

Time Travel Tipp: Wollen Sie die Lipizzaner aus nächster Nähe sehen? Dann wochentags (außer montags) gegen 11h bei der Stallburg sein. Dort werden die weißen Hengste über die Straße zur Winterreithalle gebracht und für das Training ausgetauscht. Sie können sie mit viel Glück aus nächster Nähe sehen und fotografieren. Im Sommer können Sie die Jungfohlen auch frühmorgens beim Austritt im Burggarten sehen und fotografieren.

Mehr Infos: Spanische Hofreitschule (srs.at)

 

 

 

 

 

 

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