Die Kapuzinergruft (Kaisergruft) – die Grablege der Habsburger

Wer wurde in der Kapuzinergruft bestattet? Seit wann gibt es diese Grablege? Welches ist der beeindruckendste Sarg? Wurden alle Kaiser hier bestattet?

Die Kapuzinergruft befindet sich unter der Kapuzinerkirche mitten in der Stadt am Neuen Markt.

Sie wird seit 400 Jahren von den Ordensbrüdern, den Kapuzinern betreut.

149 Habsburger, davon 12 Kaiser und 19 Kaiserinnen/Königinnen sind hier bestattet. Besonders beeindruckend ist der barocke Doppelsarkophag von Maria Theresia und ihrem Gemahl Kaiser Franz I. Stephan von Lothringen. Der riesige Sarg wurde schon zu Lebzeiten der beiden von Balthasar Moll erbaut.

Kaiser Franz Joseph, seine geliebte Sisi und Sohn Rudolf wurden hier in schönen Jugendstilsärgen zur letzten Ruhe gesetzt. Sisi wollte, dass ihre Asche über dem Meer vor der Insel Korfu verstreut werden würde. Der letzte Wunsch wurde ihr nicht erfüllt. Sie ruht standesgemäß neben Ehemann und Sohn in der Jugendstilgruft.

Die Kapuzinergruft ist in mehrere Grüfte unterteilt. Jeder Sarg spiegelt die jeweiligen Zeit wider, von Renaissance, Barock, Klassizismus bis zum Jugendstil. Anhand der Dekorationen des Sarges wird die Lebensgeschichte des Herrschers anschaulich erzählt. Besonders berührend sind die kleinen Kindersärge, für viel zu früh verstorbene Kinder, was in der Barockzeit oft der Fall war.

Seit Anfang des 17.Jahrhunderts werden die Habsburger in dieser Gruft bestattet. Kaiserin Anna, die Ehefrau von Kaiser Matthias, war die Stifterin. Mittlerweile wurde die Gruft bereits mehrmals erweitert. Die letzte Erweiterung fand 1960 statt und wurde von Karl Schwanzer mit dem damals aktuellen Sichtbeton durchgeführt.

Eine einzige Protestantin wurde in der katholischen Gruft bestattet. Es handelte sich um Erzherzogin Henriette, Ehefrau von Erzherzog Karl, dem Napoleonbezwinger in der Schlacht von Aspern.

Der einzige Sohn von Napoleon lag bis 1940 ebenfalls in der Kapuzinergruft bei seiner Mutter Marie- Louise. Sie wurde im Sinne der habsburgischen Heiratspolitik Anfang des 19. Jh. mit Napoleon verheiratet. Der bereits mit 21 Jahren an Tuberkulose verstorbene Herzog von Reichsstadt, wie sein Titel lautete, wurde auf Befehl Hitlers in den Invalidendom nach Paris überführt.

Nicht alle Habsburger ruhen hier, es gibt Ausnahmen. Thronfolger Franz Ferdinand (Neffe von Kaiser Franz Joseph) wurde im Stift Artstetten gemeinsam mit seiner nicht standesgemäßen Gattin Sophie Chotek bestattet. Die Bestattung erfolgte gleichzeitig, da beide beim tragischen Attentat in Sarajewo am 28. Juni 1914 ums Leben kamen.

Eine Nicht-Habsburgerin darf ebenfalls in der Kaisergruft ruhen, ganz in der Nähe des Doppelsarkophags von Maria Theresia. Es handelt sich um die Reichsgräfin Maria Karolina von Fuchs-Mollard, die als Erzieherin der Regentin und ihrer Kinder, eine wichtige Bezugsperson für die gesamte kaiserliche Familie war.

 

Ein besonderes „Einlass-Ritual“ wurde bei den letzten Staatsbegräbnissen durchgeführt. Dreimal muss vom Zeremonienmeister geklopft werden und erst nach Nennung des einfachen Namen mit dem Zusatz „eine arme Seele“, wird der Einlass gewährt.

Time Travel Tipp: Wenn Sie sich sehr für die Habsburger interessieren, ist ein Besuch der Kapuzinergruft sehr empfehlenswert: Sie durchlaufen anhand der Särge das Leben und die Erfolge der einzelnen Herrscher. So bekommen Sie einen sehr guten Eindruck von der Habsburger- Dynastie.

 

Mehr Infos: Kapuzinergruft – Die Grabstätte der Habsburger in Wien

 

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