Der Wiener Musikverein – die beste Akustik der Welt im Goldenen Saal

Mit welcher Veranstaltung bringt die ganze Welt Wien in Verbindung? Wo findet diese Veranstaltung statt? Was ist so besonders an diesem Gebäude? Wer war der Architekt?

Mit dem berühmten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker bringt man Wien weltweit in Verbindung. Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins, parallel zur Ringstraße gelegen, nicht weit von der Staatsoper entfernt, bietet die entsprechende Kulisse.

Die Geburtsstunde der Wiener Philharmoniker fällt auf den 28. März 1842. Kapellmeister Otto Nicolai dirigierte ein „Großes Concert“ im Redoutensaal der Wiener Hofburg. Vorher gab es kein aus Berufsmusikern bestehendes Konzertorchester. Das wichtigste Prinzip war und ist bis heute: Nur ein Mitglied des Orchesters der Wiener Staatsoper konnte Mitglied der Wiener Philharmoniker werden.

1870 dirigiert Johann Strauss Sohn seinen Walzer „Freuet euch des Lebens“ beim Eröffnungsball des Goldenen Saals im Wiener Musikverein. Die ausgezeichnete Akustik ist bis heute die große Besonderheit des Hauses.

Johannes Brahms, Gustav Mahler und Anton Bruckner sind Namen, die man eng mit dem Wiener Musikverein verbindet.

Theophil von Hansen, ein dänischer Architekt, der in Griechenland die Akustik der antiken Amphitheater studierte, wurde nach Wien geholt für den Bau des Goldenen Saals im Musikverein. Am 6. Januar 1870 wurde das Haus feierlich eröffnet und wird bis heute seinem Ruf – als bester Konzertsaal der Welt – gerecht.

Hansen gestaltete zwei Säle – ein großer Saal für Orchestermusik und ein kleiner Raum für Kammermusikkonzerte. Die Wiener Firma Anton Wasserburger war für die Steinmetzarbeiten verantwortlich. Der Sandstein stammte aus St. Margarethen und Breitenbrunn. Harter Kalkstein von Kaisersteinbruch und Wöllersdorf kam ebenfalls zum Einsatz. Der kleine Saal ist nach Johannes Brahms benannt, der einst Direktor hier war.

Die Wiener waren begeistert von der Architektur und Pracht des Goldenen Sales. Er ist 48,80m lang und 19,10m breit. Die Höhe beträgt 17,75m. Diese Quaderform sorgt für die tolle Raumakustik. Die Kassettendecke, Balkone, Karyatiden sorgen für eine optimale Verteilung der Schalwellen. Ein Hohlraum unter dem hölzernen Boden bestätigt die gute Akustik genauso wie die aus Holz bestehende Decke, die nur am Dachstuhl aufgehängt ist. Das alles zusammen lässt den Klang im Saal bestens schwingen. August Eisenmenger schuf das Deckengemälde – Apollo und die neun Musen.

2004 gab es eine moderne unterirdische Erweiterung, da Säle für kleinere Konzerte, Proben und Empfänge eröffnet wurden. Diese sind mit modernster Technik ausgestaltet. Der Austro-Kanadier Frank Stronach war bei der Finanzierung involviert.

2.000 Personen finden Platz, davon 1.700 auf Sitzplätzen und ca. 300 auf Stehplätzen. Beim berühmten Neujahrskonzert ist das Haus jedes Jahr ausverkauft. Die Tickets werden seit einiger Zeit verlost, was ein faires System darstellt.

 

Time Travel Tipp: In Wien werden jeden Abend ca.10.000 Tickets für kulturelle Veranstaltungen verkauft. Darunter viele Konzerte und die Auswahl fällt natürlich schwer. Ein Konzert im Goldenen Saal des Musikvereins ist absolut empfehlenswert und die paar Euro mehr für das einmalige Erlebnis wert. Außerdem gibt es auch günstige Stehplätze, wenn einem das Stehen nicht stört.

Der Musikverein bietet auch Hausführungen an und somit kommen Sie für einen geringen Führungsbeitrag ebenfalls in den Goldenen Saal.

Mehr Infos: Musikverein – Der Musikverein

 

 

 

 

 

 

 

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