Das Hundertwasserhaus – eine bunte Fassade à la Gaudí

Wie hieß Hundertwasser bürgerlich und was bedeutete sein Künstlername? Wo finden wir in Wien bzw. ganz Österreich seine Handschrift? Was machte ihn so unverkennbar? Wo und wie ist er verstorben?

Diese bunte Hausfassade zieht Gäste aus aller Welt an. Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete dieses Wohnhaus in den Jahren 1983-85 gemeinsam mit dem Architekten Josef Krawina. Es befindet sich im 3. Bezirk, neben dem Hundertwasser-Village (Café, Souvenirshops) und dem Kunst-Haus mit mehr Info über Friedensreich Hundertwasser und wechselnden Ausstellungen.

Gemäß der Philosophie Hundertwassers ist die Natur ein wichtiger Bestandteil der Architektur, deshalb zieren ca. 200 Bäume das Wohnhaus. Wie in der Natur, wo kein Blatt dem anderen gleicht, spiegelt sich das in seiner Architektur wider. Das Hundertwasserhaus ist absolut sehenswert und ein nachhaltiges Projekt aus den 80er Jahren. Achtung: Da es sich um ein Wohnhaus handelt, kann nur die Fassade von außen besichtigt werden.

Wer war Friedensreich Hundertwasser? Am 15. Dezember 1928 kommt in Wien Friedrich Stowasser zur Welt Ab 1949 nennt er sich Friedensreich Hundertwasser, da „Sto“ in der slawischen Sprache hundert bedeutet.

Neben der Malerei, standen die Architektur und der Umweltschutz im Zentrum seines Interesses. Er meinte, dass die gerade Linie der Untergang der Menschheit wäre. Aus diesem Grund ist in seiner Kunst keine gerade Linie zu finden. Stattdessen faszinierte ihn die Spirale, die wir immer wieder in seiner Kunst finden. Er war ein großer Verehrer von Egon Schiele.

Er verbrachte viel Zeit in der Natur. Bäume, Bepflanzung und die Begrünung seiner Objekte waren ihm sehr wichtig. Der Schutz des Wassers und eine abfallfreie Gesellschaft ebenfalls. In vielen Briefen, Manifesten und Reden tat er seine Meinung kund.

Hundertwasser war in Österreich, in Deutschland, in der Schweiz, aber auch international bis Japan, USA, Israel und Neuseeland tätig. Er verschönerte die Müllverbrennungsanlage Spittelau und setzte mit seinem typischen Kapperl (Käppchen) sein Markenzeichen darauf. Die Thermenanlage Blumau in der Steiermark entspricht ebenfalls der typischen Hundertwasser-Architektur, wie viele weitere Bauwerke bis Japan und Neuseeland, wo er zuletzt lebte.

Er verstarb am 19. Februar 2000 auf dem Kreuzfahrtschiff „Queen Elizabeth II“ im Alter von 71 Jahren und hinterließ eine Tochter. Sein Leichnam wurde wunschgemäß auf seinem Grundstück in Neuseeland, nur in ein Leinentuch gehüllt, in einer Tiefe von 60 Zentimetern begraben. Darüber wurde ein Baum gepflanzt als Symbol für das Weiterleben nach dem Tod.

Dort wo heute der farbenfrohe Gemeindebau steht (eine Gedenktafel erinnert daran), war früher die Gänseweide. Sie war eine der grausamsten Richtstätten Wiens, wo öffentliche Verbrennungen stattfanden. Ab dem 14. Jh. wurden hier Ketzer, Juden, Hexen, „Zauberer“, Meineidige und Sodomiten bei lebendigem Leib am Scheiterhaufen verbrannt.

 

Time Travel Tipp: Nehmen Sie die Straßenbahn Nr. 1 vom Schwedenplatz in Richtung Prater und planen Sie einen Stopp beim Hundertwasserhaus ein (Haltestelle Hetzgasse) Danach fahren Sie weiter bis zur Endstation und spazieren durch die Prater Hauptallee in den Vergnügungspark zum Wiener Riesenrad. So können Sie beide Attraktionen gemütlich kombinieren.

Neben der Fassade des Hundertwasserhauses können Sie das Kunsthaus (ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt) besuchen, wo es eine permanente Ausstellung über den Künstler gibt sowie wechselnde Ausstellungen.

Mehr Infos: Hundertwasserhaus – Hundertwasser-Krawina-Haus

 

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