Joseph II – Reformkaiser - Sohn und Nachfolger Maria Theresias

Wieso wurde Josef II Reformkaiser genannt? Wann übernahm er die Regierungsgeschäfte und wie lange regierte er mit Maria Theresia gemeinsam? Wie sah es mit seinem kaiserlichen Privatleben aus?

Joseph II kam als viertes Kind und heißersehnter Sohn am 13. März 1741 zur Welt. Er war wichtig um die Thronansprüche Maria Theresias zu festigen und endlich konnte ein männlicher Thronfolger präsentiert werden.

Dementsprechend wurde er verwöhnt und entwickelte sich zu einem eigensinnigen, altklugen Kind. Als der Vater, Franz Stephan von Lothringen, 1765 verstarb, wurde er fünfzehn Jahre lang zum Mitregenten von Maria Theresia und nach deren Tod 1780 zum Alleinregenten.

Er war ein Vertreter des aufgeklärten Absolutismus und sein Motto war: „Alles für das Volk, nichts durch das Volk“, wonach die Untertanen ohne Mitspracherecht blieben. Er sollte ein ehrgeiziges Reformprogramm umsetzen (Toleranzpatent, Josephinismus, Aufhebung der Leibeigenschaft).

Er ließ sämtliche beschauliche (nicht dem Unterricht oder der Krankenpflege dienenden) Klöster und Orden aufheben. 1782 kam deshalb sogar der damalige Papst Pius VI. nach Wien um diese Klosterreform zu mildern, was allerdings nicht viel brachte.

Die Öffnung des Augartens (1775) und des Praters (1766) für die Allgemeinheit sowie die Errichtung des Allgemeinen Krankenhauses Wien (1784) gehen auf ihn zurück. Das Josephinum trägt seinen Namen und beherbergt eine der größten Wachsmodellsammlungen weltweit. Damit legte er einen wichtigen Grundstein für die medizinische Forschung.

Gegen Ende seiner Regentschaft musste er jedoch einige Reformen wieder zurücknehmen. Vor allem die Beerdigungsreform in Form des Spar- bzw. Klappsarges, setzte sich nicht durch.

Maria Theresia beschloss, ihn im Sinne der habsburgischen Heiratspolitik, mit Isabella von Bourbon-Parma zu verheiraten. Er hatte Glück und bekam eine der hübschesten Prinzessinnen Europas zur Frau. Joseph vergötterte sie, doch Isabella fühlte sich mehr zu Marie Christine, einer der Schwestern Josephs hingezogen.

Aus der Ehe gingen zwei Mädchen hervor, Maria Theresia, die im Alter von 8 Jahren verstarb und Maria Christine, die gleich nach der Geburt verstarb. Isabella starb nur wenige Tage später an den Pocken nach dreijähriger Ehe im Alter von 22 Jahren. Joseph war verzweifelt ohne seine geliebte Ehefrau und ohne männlichen Thronfolger.

Er musste also nochmals heiraten und die Wahl fiel auf Maria Josepha von Bayern. Die Ehe galt als unglücklich, wurde möglicherweise nie vollzogen und blieb kinderlos. Auch seine zweite Frau verstarb zwei Jahre nach Eheschließung an den Pocken. Eine dritte Ehe kam für Joseph II. nicht mehr in Frage. Er selbst verstarb mit 49 Jahren an Tuberkulose und ruht in der Kapuzinergruft in einem schlichten Sarg, wie es seiner Reformpolitik entsprach.

 

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