Die Geschichte

Die „Verwandlung“ mehrerer älterer Semmeln oder anderem Gebäck in eine wahrhafte Delikatesse lässt sich mit einem alten Rezept aus Großmutters Zeiten vorzüglich umsetzen. Bereits in ferner Vergangenheit, wie beispielsweise in altrömischen Küchen sowie später in jenen mittelalterlicher Burgen warf man ältere Backwaren nicht einfach weg.

Die Küchenmeister jener Ära zauberten mit ausgeklügelten Rezepten jene Köstlichkeiten, bei denen niemand mehr an übriggebliebenes Brot dachte. Die Bezeichnung „Armer Ritter“ stammt aus jener Epoche und blieb bis in die Gegenwart erhalten. Leider geriet die Speise in den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit. Dennoch lohnt es sich die Zubereitung dieses wohlschmeckenden Gerichtes wieder aufleben zu lassen.

Das historische Rezept

Alte Rezepte und Zauberformeln haben zwei magische Worte gemeinsam: „Man nehme“…..in diesem Fall 4 Semmeln, die man aufschneidet, schlägt zwei Eier auf und vermengt diese mit zwei Esslöffel Milch sowie einem Esslöffel Zucker. Die in die Tage gekommenen Semmelscheiben „erwachen zu neuem Leben“ und saugen die Milch schnell auch. Brösel aus Weißbrot kommen hinzu. Mittlerweile wird Fett oder Schmalz in einer Pfanne erhitzt, heute wird eher Maiskeim-, Sonnenblumen-, oder Olivenöl verwendet.

Die Semmelscheiben werden eingelegt und goldbraun gebacken. Pflaumenmus oder Zwetschgenmarmelade, manche sagen auch „Powidl“ dazu, verleiht der Speise eine besondere Geschmacksnote. Zur weiteren Verfeinerung dienen ein Kaffeelöffel Rum, eine Brise Zimt und eine kleine Portion grob gehackte Nüsse. Die mit diesen Ingredienzien gefüllten Semmelscheiben werden mit etwas Staubzucker bestreut, frisch vom Herd serviert.

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Time Travel Tipp: Im Restaurant „Chez Bernard“ in der 7. Etage des Hotels Motto in der Mariahilfer Straße kann man diese Speise noch bestellen.

Quellen:

www.wikipedia.org/wiki/Arme Ritter, 26.2.2024

Perlen der Wiener Küche von Franz Ruhm, Deutsche Buchgemeinschaft, Wien, 1950, Seiten: 149,150

Autor: Michael Ellenbogen

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