So ein Bengel, der Bengel

Im Jahre 1592 erließ Kaiser Rudolf II. die Verfügung, dass niemand im Prater gehen, fahren, reiten, hetzen, jagen oder fischen dürfe, es sei denn, der kaiserliche Forstknecht Hanns Bengel habe dies gestattet. Dieser Herr Bengel wurde in Wien unsterblich. Noch heute ist sein Name Synonym für einen rohen, ungeschliffenen Menschen.

Wiener Prater

Herr Bengel begegnete harmlosen Naturfreunden derb und grob. Betrat man den Auwald ohne Erlaubnis, wurde er sogar ungehemmt grausam. Erst als er einen armen Jungen, der im Wald Reisig gesammelt hatte, halbtot schlagen ließ, kam es zu Kundgebungen der Bevölkerung gegen den verhassten Herrn…

Nach der Öffnung der kaiserlichen Forste unter Josef II. für die Allgemeinheit wurde der „Pratter“ rasch ein beliebtes Ausflugsziel für die feine Wiener Gesellschaft. Mit ihren prachtvollen und einfachen Equipagen, den Reitern und Fußgängern gab es bald ein dichtes Gedränge und viele Unfälle. Vom Praterstern aus hielt daher der k.k. Polizeioberkommissär Pfanner die Ordnung aufrecht. Dieser „furchtbare Popanz“ saß mit seinem wohlgepflegten Bäuchlein am Eingang des Praters auf seinem Pferd. Sein finsterer Blick genügte, um die Vorbeikommenden erbleichen zu lassen. Ein unziemliches Verhalten konnte fünfundzwanzig Schläge mit dem „Haslinger“ (Stock aus Haselnussholz) zur Folge haben. Dieser „Schrecken der Fiaker“ wurde vom Volksmund bald „Pratergeneral“ genannt…

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