Karl V. - der Universalherrscher

Karl V - Wer war dieser Herrscher, in dessen Reich sprichwörtlich „die Sonne nie unterging“? Wie erfolgreich war er sich als Universalherrscher zu behaupten? Welche historischen Ereignisse fielen in seine Herrschaftszeit?

 

Nach dem Tod Kaiser Maximilians I. im Jahr 1519 gab es theoretisch drei potentielle Nachfolger im Heiligen Römischen Reich: Heinrich VIII von England, Franz I. von Frankreich und schließlich Karl V., der Enkel Maximilians I., der sich mit Hilfe der Fugger und deren finanziellen Mitteln durchsetzte.

Obwohl Karl V. friedliebend und religiös war, hatte er während seines Lebens große Schwierigkeiten mit der Kirche und den Renaissancepäpsten seiner Zeit. Er verfolgte die Idee der Universalmonarchie, wonach er als Kaiser Vorrang vor allen Königen hatte. 

Um seine hegemoniale Herrschaftsidee durchsetzen zu können, führte er Kriege gegen den französischen König Franz I. sowie die Osmanen. Finanziell konnte er sich dabei auf seine Kolonien in Amerika stützen.

Karl V. wurde am 24.2.1500 in Gent als Sohn des Philipp dem Schönen (Herzog von Burgund) und Johanna der Wahnsinnigen (Tochter von Ferdinand von Aragon und Isabella von Kastilien) geboren. Er wächst mit seinen Schwestern elternlos bei seiner Tante Margarethe (Statthalterin der Niederlande) auf und wird in der burgundischen Rittertradition erzogen. 

Die Hofsprache war französisch, allerdings war er kein Sprachentalent, lernte nur widerwillig die niederländische Volkssprache und Latein, sprach auch nur gebrochenes Deutsch.  Körperlich zeigte er auch keine großen Vorzüge, hatte das stark ausgeprägte Unterkiefer der Habsburger und galt als menschenscheu und kontaktarm.

Dennoch war er glücklich verheiratet mit Isabella von Portugal und zeugte fünf Kinder mit ihr. Darunter Philipp II, sein Nachfolger und späterer Herrscher der spanischen Linie der Habsburger.

Durch den frühen Tod seines Vaters, Philipp I., wird er mit 15 Jahren für volljährig erklärt und übernimmt die Regentschaft der Niederlande.  Mit 16 Jahren kommt er nach Madrid um dort sein Erbe in Spanien anzutreten. Dort trifft er auch auf seinen jüngeren Bruder Ferdinand I.,  den die Spanier lieber als Thronfolger gesehen hätte. Noch dazu, wo dieser in Spanien aufgewachsen war und die Sprache beherrschte.

1530 wurde er als letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches vom Papst gekrönt. Sein Bruder Ferdinand erhielt die österreichischen Gebiete. Damit wurde die Grundlage für die Teilung des Habsburgerreiches in eine österreichische und eine spanische Linie geschaffen.

Karls Ziel war eine geeinte Christenheit, doch die Entwicklung damals ging in eine andere Richtung. Es war die Zeit der Reformation. 1521 verhängte Karl mit dem Wormser Edikt die Reichsacht über den führenden Reformator Martin Luther. 1545 begann mit dem Konzil von Trient die Gegenreformation. 1555 musste er im Augsburger Religionsfrieden weitgehende Zugeständnisse an die Protestanten machen.

1556 resignierte Karl schließlich und dankte in Spanien zugunsten seines Sohnes Philipp II, sowie im Heiligen Römischen Reich zugunsten seines Bruders Ferdinand I. ab. Er zog sich in das Kloster San Jeronimo de Yuste zurück, wo er mit 58 Jahren an Malaria verstarb.  Sein Leichnam wurde später in das Kloster El Escorial bei Madrid überführt.

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