Franz II. und I.

Franz Joseph Karl aus dem Haus Habsburg-Lothringen war von 1792 bis 1806 als Franz II. der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der Name des Reiches leitet sich vom Anspruch der mittelalterlichen römisch-deutschen Herrscher ab, die Tradition des antiken Römischen Reiches fortzusetzen und die Herrschaft als Gottes heiligen Willen im christlichen Sinne zu legitimieren.

 

Franz Joseph Karl aus dem Haus Habsburg-Lothringen war von 1792 bis 1806 als Franz II. der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der Name des Reiches leitet sich vom Anspruch der mittelalterlichen römisch-deutschen Herrscher ab, die Tradition des antiken Römischen Reiches fortzusetzen und die Herrschaft als Gottes heiligen Willen im christlichen Sinne zu legitimieren.Franz II. wurde 1768 in Florenz geboren und kam mit 16 Jahren an den Hof nach Wien, wo er von seinem Onkel Josef II. zum Kronprinzen erzogen wurde. Franz nannte sich selbst einen „Kaiserlehrling“ und lernte im 8. Türkenkrieg 1790 selbst das Leben an der Front kennen. Nach dem Tod seines Onkels und seines Vaters wurde er am 1. März 1792 König von Ungarn und Böhmen, Erzherzog von Österreich und Herr der übrigen Länder der Habsburgermonarchie. Am 14. Juli folgte schließlich die Krönung im Frankfurter Dom und die damit verbundene Proklamation zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches als Franz II. Überschattet wurden die Feierlichkeiten durch die französische Kriegserklärung von Napoleon Bonaparte die bereits am 20. April beim „Deutschen König“ eingelangt war. Der Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation konnte seit der Mitte des 18. Jh. seine Mitglieder immer weniger gegen die expansive Politik innerer und äußerer Mächte schützen. 1803 verließen ihn daher die katholischen Kurfürstentümer Köln und Trier, und dann wechselten auch die protestantischen Länder Baden, Württemberg und Hessen notgedrungen zu Napoleon. 1804 wurde Napoleon durch eine Verfassungsänderung zum erblichen Kaiser der Franzosen bestimmt. In einer Geheimnote vom 7. August 1804 forderte Napoleon, dass Österreich den Kaisertitel anerkenne. Im Gegenzug könne der römisch-deutsche Kaiser Franz II. zum Kaiser Franz I. von Österreich werden. Wenige Tage später wurde aus der Forderung faktisch ein Ultimatum. Dies bedeutete entweder Krieg oder Anerkennung des französischen Kaisertums. Franz lenkte ein und nahm am 11. August 1804 als Konsequenz dieses Schrittes zusätzlich zu seinem Titel als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches den Titel und die Würde eines erblichen Kaisers von Österreich an. Eine feierliche Krönung zu Kaiser Franz I. von Österreich erfolgte nicht. Dies sollte offensichtlich geschehen, um eine Ranggleichheit mit Napoleon zu erzielen. Zwar gab es für diese Kaiserproklamation weder in Österreich noch im Reich eine rechtliche Grundlage, da weder die Kurfürsten über diesen Schritt informiert wurden noch der Reichstag seine Zustimmung gab, doch wurde der österreichische Kaisertitel binnen kurzer Zeit von sämtlichen Staaten anerkannt. Durch die Initiative Napoleons bildete sich im Juli 1806 in Paris der Rheinbund. Eine Konföderation deutscher Staaten als Militärallianz mit dem französischen Kaiserreich das als Schutzmacht fungierte. Mit der Gründung dieses Staatenbundes war das Heilige Römische Reich Deutscher Nation ausgehöhlt. Zwei Jahre lang versuchte der Kaiser das unvermeidliche zu verhindern. Der Titel des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches war in Gefahr, bei der nächsten Wahl durch die Kurfürsten zu Napoleon zu wechseln. Da entschloss sich Franz II. zu einer folgenschweren Tat. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation erlosch am 6. August 1806 nach 844 Jahren mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. Nach mehreren unglücklichen Schlachten und dem französischen Einmarsch in Wien gelang der österreichischen Armee unter Erzherzog Karl ein Sieg über Napoleons Heer in der Schlacht bei Aspern an der Donau, der als erste Niederlage Napoleons überhaupt gilt und den Nimbus des „Unbesiegbaren“ erschütterte. Die Franzosen siegten aber kurz danach wieder bei Wagram über die Österreicher womit der Krieg entschieden war. Nach dem „Frieden von Schönbrunn“ 1809 mit Frankreich arrangierte Metternich die demütigende Heirat der Tochter Franz I. Marie-Louise mit Napoleon. Die Wende trat ein, als Napoleon, geschwächt durch das katastrophale Ende seines Russlandfeldzuges, in der Völkerschlacht von Leipzig besiegt werden konnte. Dank Metternich konnte sich Österreich als Initiator und Gastgeber des Wiener Kongresses 1814/15 wieder als Großmacht profilieren. Unter der Regie Metternichs wurde in Anwesenheit zahlreicher Monarchen der Kontinent neu geordnet. Die konservativen Mächte, mit Österreich an der Spitze, gründeten 1815 in Paris die „Heilige Allianz“ zur Bewahrung der angeblich gottgewollten monarchischen Ordnung.

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