Der spanische Erbfolgekrieg – Kampf der Habsburger um ihr Erbe

Wieso kam es zum spanischen Erbfolgekrieg? Wer kämpfte gegen wen? Welchen Anspruch erhoben die Habsburger? Wie lange dauerte der Krieg und zu welchem Ergebnis kam es?

 

Karl II, der letzte spanische Habsburger, verstarb 1700 kinderlos. Dadurch kam es zu einem Konflikt zwischen dem habsburgischen Österreich und Frankreich um die spanische Krone. Der Krieg wurde in vielen Regionen Europas ausgetragen und dauerte von 1701-1714.

Als Ergebnis kam es zu einer Teilung des spanischen Erbes: Frankreich mit dem Bourbonenkönig Philipp V. erhielt Spanien und die Überseekolonien. Die Habsburger bekamen die spanischen Niederlande, das Königreich Neapel samt Sizilien, Mailand, Mantua und Sardinien.

Wie kam es nun zum Konflikt um das spanische Erbe? Sowohl die österreichischen Habsburger als auch die französischen Bourbonen stellten Anspruch auf den spanischen Thron als Karl II., der letzte spanische Habsburger, im Jahr 1700 kinderlos verstarb.

Dieser hatte in seinem Testament Philipp von Anjou, einen Enkel des französischen Königs Ludwigs XIV. als Erben eingesetzt. Doch auch Österreich sah sich als legitimer Erbe und außerdem befürchtete man eine Machtkonzentration der Franzosen.

Somit begann 1701 ein Erbfolgekrieg, in dem die Habsburger ohne Kriegserklärung einen Feldzug in Italien begannen. Frankreich konnte nur die Kurfürsten aus Bayern und aus Köln als Verbündete gewinnen, sowie Savoyen. So kämpfte Ludwig XIV. gegen ein Bündnis des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches, (das war zu diesem Zeitpunkt Leopold I.), Englands und der Niederlande.

Die ersten Kriegsjahre waren sehr erfolgreich für die Habsburger, speziell unter Prinz Eugen, der viele Siege einheimste. Doch trotz der militärischen Erfolge ging nichts weiter. 1711 kam es schließlich zur entscheidenden Kriegswende, allerdings zu Ungunsten der Habsburger. Kaiser Joseph I. (Sohn von Leopold I.) verstarb überraschend und sein Bruder Karl VI. folgte ihm als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches nach.

Dieser war allerdings schon spanischer König, wodurch wieder eine Übermacht der Habsburger in Europa zu erwarten war. England zog sich aus dem Bündnis mit den Habsburgern zurück und schloss mit den Niederlanden den Frieden von Utrecht 1712.

Zwei Jahre später schloss Karl VI. den Frieden von Rastatt und als Ergebnis wurde das spanische Erbe geteilt: Philipp von Anjou erhielt Spanien und die Überseekolonien. Bis heute stellen die Bourbonen den spanischen Thron, aktuell mit Felipe VI.

Karl VI. erhielt sämtliche Nebenländer wie Mailand, Mantua, Neapel, Teile der Toskana und Sardiniens sowie die südlichen Niederlande. Somit hatten alle Gebietsgewinne bekommen.

Ihr Browser ist veraltet!

Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um diese Website korrekt darzustellen. Den Browser jetzt aktualisieren

×