Wiener Seuchen im Laufe der Geschichte

Welche Seuchen haben Wien immer wieder heimgesucht und in welchem Zeitraum? Wo finden wir in Wien Monumente, die aufgrund der Seuchen errichtet wurden?

 

Die große Pest in Wien im Jahr 1349


Die erste Pestepidemie gab es unter Kaiser Mark Aurel im Römischen Reich um 166 n. Chr., wobei man aus heutiger medizinischer Sicht, eher von Masern oder Blattern spricht. Ob und wie sehr das damalige römische Legionslager Vindobona davon betroffen war, ist nicht nachweisbar.

Die Pest trat somit nachweislich 1349 das erste Mal in Wien auf und hat fast die Hälfte der Bevölkerung dahingerafft. Man geht von ca. 10.000 - 15.000 Toten aus. Aufgrund der auftretenden Beulen, wurde sie auch Beulenpest oder Schwarzer Tod genannt. Sie wurde auch vom Tier auf den Mensch übertragen und verbreitete sich aufgrund schlechter Hygiene
Die Pest kam so gut wie jedes Jahrhundert wieder und eine besonders schwere Pestepidemie wurde 1679 verzeichnet. Der damalige Kaiser Leopold I. (Großvater von Maria-Theresia) gelobte bei Überleben die Pestsäule am Graben zu errichten. Bei der nächsten und letzten Pestwelle 1713, wurde zum Dank die Wiener Karlskirche gestiftet.
Nicht minder schlimm waren im 18. Jh. die Pocken/Blattern, woran sogar Maria Theresia selbst erkrankte, es aber überlebte. Nicht so einige ihrer Kinder, da Kinder generell häufiger an den Pocken verstarben. Bis zum Ende des 19. Jh. traten die Pocken immer wieder auf, bis man die Krankheit aufgrund einer Impfung in den Griff bekommen konnte.
Eine weitere Bedrohung waren auch Cholera, Typhus, Ruhr, Masern, Diphterie und Scharlach seit dem späten 19. Jh. Die spanische Grippe 1918 war sicher die schlimmste Epidemie des 20. Jh. Sie kostete ca. 9.000 WienerInnen das Leben.
Spanische Medien berichteten erstmals über diese Grippewelle und gaben der Pandemie den Namen. Sie brach wahrscheinlich in den USA aus und wurde durch US-Soldaten Anfang 1918 nach Europa eingeschleppt.
Die „Wiener Krankheit“ - die Tuberkulose – wurde im 19. und 20. Jh. so bezeichnet, da sie in Wien besonders verbreitet war. Sie galt als „Volksseuche der Arbeiterschaft“, weil sie speziell in reinen Arbeiterbezirken mit katastrophalen Wohnverhältnissen, häufig auftrat. Die Lungenschwindsucht wie sie auch genannt wird, konnte erst nach dem 2. Weltkrieg in den Griff bekommen werden.
2020 sind wir Teil der Geschichte geworden, da sich wohl jeder Zeit seines Lebens an die Covid-19 Pandemie erinnern wird.

 

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