Stefan Zweig – ein Wiener Schriftsteller mit pazifistisch-humanistischem Gedankengut

Wer war dieser tiefsinnige Dichter, Lyriker und Dramatiker? In Wien geboren, verbrachte er viel Zeit in Salzburg, der Schweiz und London. Wieso übersiedelte er nach Brasilien? Weshalb wählte er dort den Freitod mit 61 Jahren?

Stefan Zweig wurde am 28.11.1881 in Wien geboren und entstammte einer großbürgerlich-jüdischen Familie. Am Geburtshaus in der Wiener Innenstadt, Schottenring 14 erinnert eine Gedenktafel daran. 
Schon früh interessierte er sich für Literatur und Theater. Er studierte in Wien und Berlin Germanistik, Romanistik und Philosophie. Er reiste viel und dennoch blieb Wien vorerst sein Lebensmittelpunkt.
Er war überzeugter Pazifist und ging 1917 vorübergehend in die Schweiz. Davor hatte er, während des 1. Weltkrieges, eine Tätigkeit im Wiener Kriegspressequartier inne. Von 1919 - 1934 lebte er mit seiner ersten Frau Friederike in Salzburg, danach wählte er London, wohin er allerdings ohne seine Frau übersiedelte.
Seine Werke waren zunächst dem Wiener Impressionismus und der Neuromantik verpflichtet, später beeinflusst von Freuds Psychoanalyse. Kein anderer konnte die Leser so fesseln mit der Darstellung des menschlichen Seelenlebens, wie Stefan Zweig.
1922 erschien „Amok, Novelle einer Leidenschaft“, 1927 „Verwirrung der Gefühle“. Internationale Erfolge feierte er mit „Sternstunden der Menschheit“ und mit Romanbiographien, wie z.B. „Marie Antoinette“ oder „Maria Stuart“.
Die „Schachnovelle“ (1941) gilt als eines seiner großen Werke. Seine große, weit verbreitete Autobiographie "Die Welt von Gestern" erschien 1942 posthum.
1941 übersiedelte er nach Brasilien, wo er sich, unter schweren Depressionen leidend, gemeinsam mit seiner zweiten Frau Lotte im Jahr 1942 das Leben nahm. In einem Abschiedsbrief stand, dass Zweig durch die Zerstörung der „geistigen Heimat Europa“ seine Kräfte durch die langen Jahren heimatlosen Wanderns erschöpft“ seien..
 

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