Rudolf IV. „der Stifter“ - er legte den Grundstein für den Ausbau des Stephansdoms

Wer war dieser Habsburger, der in seiner kurzen Lebenszeit von nur 26 Jahren, das Herrschaftsgebiet nachhaltig prägte? Wir verdanken ihm den Ausbau des Wiener Stephansdoms und die Gründung der Wiener Universität. Durch seine Urkundenfälschung des „Privilegium maius“ wurden die Habsburger außerdem zu „Erzherzögen“.

Seine Geburt am 1. November 1339 in Wien wurde schon wie ein Wunder gefeiert. Seinen Eltern, Albrecht II. und Johanna von Pfirt, wurde nach 15 Jahren kinderloser Ehe, der gewünschte Nachfolger, geboren.

Er genoss eine überdurchschnittlich gute Erziehung und konnte sogar schreiben. Proben seiner Handschrift sind erhalten. 1348 erfolgte die Verlobung des neunjährigen Rudolfs mit der etwa sechsjährigen Katharina von Luxemburg. Die Ehe blieb kinderlos.


Rudolf IV. wurde Herzog von Österreich und Steiermark, Kärnten und Krain, später auch Graf von Tirol. Mit 14 Jahren übernahm er bereits Herrschaftsaufgaben in den westlichen Besitzungen seines Vaters. Nach dessen Tod kam er 1358 nach Wien und soll sich wie der römische König verhalten haben, obwohl er nie die Königswürde erreichte.

Das lag daran, dass sich im 14. Jh. das Geschlecht der Luxemburger gegen die Habsburger und Wittelsbacher im Heiligen Römischen Reich durchsetzte. Mit dem Luxemburger Kaiser Karl IV., der gleichzeitig auch der Schwiegervater Rudolfs IV. war, stand er in ständigem Konkurrenzkampf.

Karl IV. baute Prag als seine Hauptstadt zu einer europäischen Metropole aus. Er ließ den Veitsdom erweitern und gründete die erste Universität Europas. Dem wollte Rudolf IV. in Wien nicht nachstehen. Er legte den Grundstein für den Ausbau des Wiener Stephansdoms. Außerdem gründete er 1365 die Wiener Universität, die damit die zweitälteste deutschsprachige Universität ist.

Deshalb wurde er auch Rudolf, der Stifter genannt. Bekannt ist er auch für die berühmteste Urkundenfälschung des 14. Jh. – das „Privilegium maius“ (Großer Freiheitsbrief). Dadurch kam es zu einer Minderung der Reichspflichten und die Habsburger wurden zu Erzherzögen. Somit stellte er seine Dynastie de facto den Kurfürsten im Heiligen Römischen Reich gleich.

Während einer Reise erkrankte er schwer und verstarb am 27. Juli 1365 in Mailand. Nach seinem Tod wurde der Leichnam mit Rotwein behandelt und in eine schwarze Rinderhaut eingenäht. Mit einem kostbaren Leichentuch mit arabischen Inschriften bedeckt und anschließend über die Alpen nach Wien überführt. Rudolf IV. wurde, wie soll es anders sein, im Stephansdom bestattet.

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