Marie-Louise von Österreich – die habsburgische Ehefrau von Napoleon

Aus welcher Verbindung stammte die hübsche Tochter Kaiser Franz II/I? In welchem Alter wurde sie mit Napoleon verheiratet? Wie groß war der Altersunterschied? Wieviele Kinder entstammten dieser Verbindung?

 

Marie-Louise kam am 12. Dezember 1791 als erste Tochter des damaligen Thronfolgers und späteren Kaiser Franz II/I. und seiner zweiten Ehefrau Maria Theresia von Neapel-Sizilien in Wien auf die Welt.

Maria-Theresia war ihre Urgroßmutter und Marie-Antoinette ihre Großtante, die knapp zwei Jahre nach ihrer Geburt in der französischen Revolution ihren Kopf unter der Guillotine verlor.

Als sie 15 Jahre alt war, verstarb ihre Mutter. Ein knappes Jahr später, heiratete ihr Vater Maria Ludovika Beatrix von Österreich, doch die Ehe blieb kinderlos. Auch die vierte Ehe ihres Vaters mit Prinzessin Karoline Auguste von Bayern blieb ohne Kinder.

Verliebt war sie eigentlich in Franz von Modena, den Bruder ihrer ersten Stiefmutter, doch diese Verbindung wäre nicht standesgemäß gewesen. Als sich 1809 Napoleon auf Brautschau begab, erschien ihm die Habsburgerin Marie Louise als perfekte Kandidatin. 

Kaiser Franz II/I war zunächst nicht begeistert, doch Metternich konnte ihn von den Vorzügen dieser Verbindung überzeugen. Die Braut hatte ebenfalls große Bedenken sich mit dem 21 Jahre älteren Erzfeind der Habsburger zu vereinigen. Doch entgegen aller Erwartungen entwickelte sich aus der Vernunftehe eine sehr harmonische Beziehung.

Am 11. März 1810 war es für die 18jährige soweit. In der Wiener Augustinerkirche wurde sie mit Napoleon per procuratorem verheiratet, was soviel heißt wie: Napoleon war abwesend und kurioserweise Erzherzog Karl, der einstige Sieger von Aspern und ein Bruder von Marie Louise, vertrat Napoleon in dieser Stellvertreterhochzeit. 

In der berühmten Kirche Notre Dame in Paris wurde die Hochzeit ein Monat später auch in Frankreich offiziell begangen. Im März 1811 kam der einzige Sohn – Napoleon Franz – Herzog von Reichstadt – zur Welt. 

Nach dem Sturz Napoleons 1814, verließ Marie Louise Frankreich und kehrte nach Wien zurück. Vorübergehend wohnten sie in Schönbrunn, wo sie ihren Sohn auch zurückließ um später die Regierung der Herzogtümer in Parma, Piacenza und Guastalla zu übernehmen. 

Sie heiratete noch zwei Mal, u.a. hatte sie eine morganatische Ehe mit Adam Albrecht Graf von Neipperg. Fünf Jahre nach dessen Tod heiratete sie in dritter Ehe den Grafen Karl von Bombelles.

Am 17. Dezember 1847, kurz nach ihrem 56. Geburtstag verstarb sie an einer Brustfellentzündung. Ihr sterblichen Überreste ruhen in der Kapuzinergruft in Wien.
 

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