Friedrich III. – des "Reiches Erzschlafmütze"

Wer war Friedrich III? Wo und wie lange herrschte er? Wieso bekam er den Beinamen „des Reiches Erzschlafmütze“? Was bedeutete sein Markenzeichen AEIOU und wo finden wir das heute noch?

Friedrich hatte viele Titel inne. Als Friedrich V. wurde er ab 1435 Herzog der Steiermark, sowie später Erzherzog von Österreich. 1442 wurde er als Friedrich IV zum römisch-deutschen König gewählt und schließlich als Friedrich III 1452 Kaiser des Heiligen Römischen Reichs (HRR).

Er war mit 53 Jahren, der am längsten herrschende König bzw. spätere Kaiser des HRR. Er galt nicht als besonders durchschlagskräftig, aber beharrlich und viele seiner politischen Gegner konnte er dadurch besiegen, indem er sie ganz einfach überlebte. Deshalb bekam er auch den Beinamen „des Reiches Erzschlafmütze“

Berühmt wurde Friedrich auch durch seine Vorliebe für die Zahlen- und Buchstabensymbolik. Sein oftmals verwendetes Markenzeichen „AEIOU“ wird unterschiedlich gedeutet, z.B. „All Erdreich ist Österreich untertan“ oder „Austriae est imperare orbi universo“ (es ist Österreich bestimmt, die Welt zu beherrschen).

Friedrich kam am 21. September 1415 in Innsbruck, als ältestes der neun Kinder von Herzog Ernst, dem Eisernen und dessen zweiter Gemahlin Cimburgis von Masowien zur Welt.  Von ihr haben die Habsburger angeblich die „hängende Unterlippe“.

Friedrich genoss eine gute Ausbildung in der Burg in Wiener Neustadt zusammen mit seinem Bruder Albrecht, mit dem er sich später bitter bekämpfen sollte. Er konnte lesen und schreiben, was zu jener Zeit auch für einen Herrscher nicht selbstverständlich war, und er sprach Latein.

Friedrich interessierte sich für Astronomie, Astrologie und okkulte Geheimwissenschaften. Er sammelte Edelsteine im großen Stil, nicht nur als Wertanlage, sondern weil er von deren magischer Wirkung überzeugt war.

Sein Vater war infolge der Linienteilung im Haus Habsburg Landesfürst in Innerösterreich geworden und herrschte in der Steiermark, Kärnten und Krain. Mit 20 Jahren übernahm „der Steirer“ als Friedrich V. die Herrschaft – seine Residenz Graz verdankte ihm den Ausbau im Stil der Spätgotik. 

1439 fiel Friedrich durch zwei Todesfälle in der Familie die Rolle des Oberhauptes des Gesamthauses zu. 1469 konnte er die Erhebung Wiens als Bistum durchsetzen, zeitgleich mit Wiener Neustadt, er zog letzteres als Residenz vor (war damals noch steirisch). 

Friedrich war mit Eleonora von Portugal verheiratet, die 21 Jahre jünger war als er. Sie hatten fünf Kinder, darunter den späteren Kaiser Maximilian I.

Friedrich verstarb 1493 im Alter von 78 Jahren in Linz. Kurz davor überlebte er noch eine Beinamputation bei vollem Bewusstsein. Er starb zwei Monate später an einer Mageninfektion, möglicherweise an übermäßigem Genuss von Melonen.

Bestattet wurde er im Wiener Stephansdom und sein monumentales Grabmal gilt als Hauptwerk der Spätgotik und trägt sein Zeichen AEIOU.

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