Der Wiener Stephansdom – das gotische Wahrzeichen Wiens

In welchem Jahrhundert begann der Bau des Wiener Stephansdoms? Wieso heißt er so? Welche Zahlensymbolik kennzeichnet das bedeutendste gotische Bauwerk Österreichs? Welche bedeutenden Ereignisse fanden in dieser Kirche statt?

 

 

 

 

 

 

 

Der Wiener Stephansdom ist dem hl. Stephanus, dem ersten christlichen Märtyrer, geweiht. Seit 1469 ist er Sitz des Bischofs und seit 1722 Sitz des Erzbischofs von Wien. 

Die Habsburger hatten einen bedeutenden Anteil an der Gestaltung des Doms, an dem man vom 12. – 15. Jh. gebaut hat. Speziell Rudolf IV. war wichtig für den Ausbau des Stephansdoms. Die Herzogsgruft war die wichtigste Grablege der habsburgischen Landesherrscher bis ins 16. Jh.

Kunsthistorisch von Bedeutung sind die Grabmäler von Rudolf IV. und Kaiser Friedrich III. Prinz Eugen ist in der Kreuzkapelle des Doms bestattet.
Von 1564 bis 1878 wurden nur mehr die Eingeweide hier bestattet, gemäß dem Brauch der getrennten Bestattung. Dies geschah vorwiegend aus praktischen Gründen, denn so konnte der Leichnam bei langen Überführungen und Aufbahrungen besser konserviert werden.

Der Stephansdom ist 107,2 Meter (333 Fuß) lang und 34,2 Meter (111) breit. Von den vier Türmen ist der Südturm mit 136,4 Metern (444 Fuß) der höchste. 7x7x7 = 343 Stufen führen in die Türmerstube mit toller Aussicht über Wien. Die bekannteste Glocke, die Pummerin befindet sich im 68,3m hohen Nordturm und läutet nur zu besonderen Anlässen.

Das Dach des Stephansdoms besteht aus 230.000 bunt glasierten Dachziegeln und stellt den k.u.k. Doppeladler sowie die Wappen der Stadt Wien und Österreichs dar.
Nicht alltäglich für einen Kirchenbau sind die beiden Geschlechtsteile an der Westfassade bei den Heidentürmen. Sie sollen die Vollkommenheit des Menschen durch das weibliche und männliche Symbol ausdrücken.

Mozart heiratete im Stephansdom seine Constanze, seine Kinder wurden hier getauft und er wurde mit nur 35 Jahren im Jahr 1791 auch dort eingesegnet. 

Der Dom wurde im 2. Weltkrieg zerstört, allerdings nicht durch Kriegshandlungen. Im April 1945 griff ein Großfeuer, das von Plünderern in den umliegenden Häusern gelegt wurde, auf das Dach über. Sieben Jahre später konnte der Stephansdom durch eine österreichweise Solidaritätsaktion wieder eingeweiht werden.

Auf der Eingangsseite ganz rechts außen sind noch kyrillische Buchstaben erkennbar. Sie stehen übersetzt für „überprüft“. Sie stammen noch aus 1945, als die Soldaten der Roten Armeen alle öffentlichen Gebäude nach Sprengladungen der SS untersuchten und durch diese Inschrift kennzeichneten.

421 Jahre, und zwar bis 31. Dezember 1955 versah ein Feuerwehrmann in der Türmerstube, in 72 Metern Höhe, seinen Dienst. Sobald ein Brand ausbrach, warnte er die Bevölkerung mit einem Sprachrohr und schwenkte dazu eine rote Fahne, bzw. nachts eine rote Laterne.

Am 30. November 1916 wurde hier feierlich von Kaiser Franz Joseph I. Abschied genommen.

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