Das Abenteuer Mexiko – Erzherzog Maximilian wird Kaiser von Mexiko

Als Zweitgeborener und jüngerer Bruder von Kaiser Franz Joseph I. war Maximilian der österreichische Thron verwehrt. Ließ er sich deshalb darauf ein Kaiser von Mexiko zu werden? Wann und unter welchen Umständen starb er?

 

Wieso wird ein Habsburger Kaiser von Mexiko? Der ambitionierte und erfolgreiche Erzherzog Ferdinand Maximilian, ein jüngerer Bruder von Kaiser Franz Joseph, erhielt 1863 dieses reizvolle Angebot vom französischen Kaiser Napoleon III. Wie kam es zu diesem Angebot?

In Mexiko herrschte seit 1859 Bürgerkrieg gegen die rechtmäßige republikanische Regierung. Liberale und Klerikale bekämpften einander. Benito Juarez, Führer der Liberalen, eroberte die Hauptstadt und ließ sich Anfang 1861 zum Diktator ausrufen. Es folgten radikale Maßnahmen wie die Trennung von Kirche und Staat, Beschlagnahmung von Kirchengütern und die Aufhebung aller Klöster.

Die Regierung des Benito Juarez wurde reich durch die Enteignung des Klerus, allerdings weigerte er sich die hohen Staatsschulden zu begleichen. Darauf befahl Kaiser Napoleon III von Frankreich, einer der Hauptgläubiger Mexikos, eine militärische Intervention. Juarez und seine Anhänger mussten in den Norden des Landes fliehen.

Die klerikale Partei kehrte zurück und beschloss gemeinsam mit Napoleon III,  Mexiko in eine Monarchie umzuwandeln und einem europäischen Fürsten die Kaiserkrone anzubieten. Die Wahl fiel auf Erzherzog Maximilian von Österreich, denn er galt als guter Katholik und hatte Südamerika bereits bereist.

Da die Lage vor Ort schwer einschätzbar war, nahm Maximilian das Angebot nur zögernd an. Wessen er sich nicht bewusst war: Dieses Thronangebot wurde nur von einer kleinen klerikal-konservativen Minderheit getragen, die von den in Mexiko stationierten französischen Truppen unterstützt wurde.

Die kaiserliche Fregatte „Novara“ verließ im April 1864 den Hafen von Triest mit dem 31-jährigen Maximilian und seiner 23-jährige Gemahlin Charlotte an Bord. Die erhofften jubelnden Menschenmassen bei seiner Ankunft blieben aus. Er wurde gegen großen Widerstand der mexikanischen Bevölkerung zum Kaiser von Mexiko ausgerufen.

Benito Juarez war bei den Einheimischen allerdings wesentlich populärer als der fremdländische Kaiser, der im Palast von Chapultepec, weitgehend isoliert von der Bevölkerung, regierte. Als Maximilian ein Dekret erließ, wonach die Anhänger Juarez als Räuber geächtet seien und ohne Gerichtsurteil getötet werden dürfte, hatte er sein eigenes Todesurteil ausgesprochen.

Nun mischte sich die USA ein, lieferte Waffen an Juarez und schickte Truppen an die mexikanische Grenze. Den Franzosen wurde es zu bedrohlich und sie zogen ihre Truppen ab. Der Abzug der Franzosen im  Februar 1867 bedeutete das Ende für Maximilian in Mexiko. Er wurde am 19.Juni 1867 von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und in Querétaro erschossen. Davor reise seine Frau Charlotte noch durch ganz Europa um Hilfe und militärische Intervention zu erbitten, allerdings erfolglos.

Die Fregatte Novara, die Maximilian einst hoffnungsvoll nach Mexiko brachte, überführte auch seinen Leichnam nach Österreich, der heute in der Kapuzinergruft ruht.

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